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Schulstart in Sachsen : Wieder Regelbetrieb nach den Ferien?

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) Bild: dpa

95 Prozent der Kinder gehen in Sachsen bereits wieder zur Schule. Erzieher und Lehrer sollen künftig wöchentlich getestet werden.

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          Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hat die Entscheidung seines Landes, möglichst bald wieder zum schulischen Normalbetrieb zurückzukehren, im Gespräch mit der F.A.Z. verteidigt. Dass 95 Prozent der Kinder an den Grundschulen zurück seien, obwohl die Pflicht zum Schulbesuch ausgesetzt sei, zeige ganz deutlich, wie Kinder und Eltern darüber dächten. Weil es so „lebensfremd“ sei, dass Kindergartenkinder und Grundschüler Abstand halten könnten, hatte eine Arbeitsgruppe sächsischer Virologen und Mediziner, sowie der Vertreter der kommunalen Ebene mit den Gesundheitsämtern die Abstandspflicht für Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit aufgehoben. Allerdings soll eine Durchmischung der Gruppen unbedingt vermieden werden, damit diese im Infektionsfall isoliert werden können und eine Schließung der gesamten Einrichtung vermieden werden kann. Piwarz hat darauf verwiesen, dass das Verwaltungsgericht Leipzig zunächst entschieden hatte, dass für siebenjährige Schüler das Gleiche gelten solle wie für 17 Jahre alte Schüler, wogegen das Land Widerspruch einlegen wird.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Das Kultusministerium halte den Grundschüler eher mit dem Kindergartenkind vergleichbar als mit dem fortgeschrittenen Gymnasiasten, von dem man verlangen könne, dass er das Abstandsgebot befolge. „Wenn die Infektionszahlen weiter so niedrig bleiben, müssen wir nach den Sommerferien zum Normalbetrieb an den Schulen zurückkehren, weil wir davon ausgehen müssen, dass wir bei Kindern aus wenig lernförderlichem Umfeld schon jetzt an Boden verloren haben. Wenn sie phasenweise weiter auf sich selbst gestellt sind, verlieren wir so viel an Bildungsinhalten und Bildungsgerechtigkeit, dass wir die Lücken über die Schulkarriere nicht mehr aufholen können.“ Sachsen will allen Erziehern und Lehrern die Möglichkeit geben, sich einmal pro Woche auf Kosten des Kultusministeriums testen zu lassen.

          Ähnlich will auch Baden-Württemberg verfahren, das Kindergärten und Grundschulen Ende Juni wieder komplett öffnen will. Nach ersten Ergebnissen der von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Studie des Universitätsklinikums Heidelberg und drei weiterer Universitätsklinika gebe es nun Hinweise darauf, dass Kinder bis zum zehnten Lebensjahr als Überträger nur eine untergeordnete Rolle spielten, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch. „Deshalb werden wir nun zügig gemeinsam mit den Kommunen und den Trägerverbänden einen Rechtsrahmen erarbeiten“, kündigte sie an. Weil einige der Lehrer sowie Erzieherinnen zur Risikogruppe zählen, müsse die Öffnung gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden und den Trägern gründlich vorbereitet werden. „Ziel ist es deshalb, den eingesetzten Lehrkräften und Erziehern auch regelmäßige Testungen zu ermöglichen.“

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