https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schulen-und-corona-wer-kommen-muss-und-wer-wegbleiben-darf-17055515.html

Unterricht in der Pandemie : Wer zur Schule kommen muss und wer wegbleiben darf

Unterricht im Klassenzimmer in Zeiten von Corona (Symbolbild) Bild: dpa

Die Bundesländer ringen um den richtigen Umgang mit dem Coronavirus. In Hessen testet eine Schule jetzt das sogenannte Wechselmodell. Mehrheitsfähig ist das derzeit aber nicht.

          4 Min.

          Der Landkreis Bergstraße hat in Hessen eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Schulen inne. Seit Anfang vergangener Woche müssen Schulen dort ein Modell aus Präsenz- und Distanzunterricht anbieten. Das hat der Kreis so bestimmt. In der entsprechenden Allgemeinverfügung heißt es, der Distanzunterricht sei „mit oder ohne digitale Hilfsmittel“ anzuwenden. Ziel sei es, den Präsenzunterricht unter Wahrung des Abstands von 1,5 Metern durchführen zu können. Das Modell gilt für Schüler von der achten Klasse an. Ausnahmen sind aber möglich. So können sich auch ganze Klassen mit dem Unterricht vor Ort und zu Hause abwechseln. Über die Umsetzung im Einzelfall entscheidet die jeweilige Schulleitung.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Also etwa Stephanie Dekker. Sie ist Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt, einer Gesamtschule mit etwa 860 Schülern. Seit der vergangenen Woche sind viele Klassen hier geteilt, wochenweise bleibt die eine Hälfte zu Hause, die andere Hälfte besucht derweil die Schule. Die Unterrichtsinhalte sind für beide Gruppen gleich. Die Schüler, die zu Hause sind, erhalten und bearbeiten sie digital. Sie kommunizierten per Chat. Schulleiterin Dekker spricht von einem „Wechselmodell“. Ein sogenanntes hybrides Modell, bei dem die Schüler zu Hause per Video am Unterricht teilnehmen, sei wegen der nötigen Ausstattung mit Kameras und Headsets kaum möglich. Die Schule gilt als Vorzeigeeinrichtung, sie hatte sich schon lange auf den Schritt vorbereitet. Schüler, die nicht über einen Laptop oder Tablet verfügen, bekommen ein solches vom Landkreis oder einer Bürgerstiftung geliehen. Das „Wechselmodell“ funktioniere sehr gut, sagt Dekker. Die Arbeit im Pandemiejahr beschreibt sie als „anstrengend“, aber auch beglückend. Das Kollegium sei zusammengewachsen, man habe bei der Digitalisierung einen „riesigen Sprung gemacht“.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.
          Russische Rekruten vor einem Rekrutierungsbüro in der Stadt Krasnodar

          Mobilmachung in Russland : „Unsere Kinder sind kein Dünger!“

          In den Regionen macht sich Unmut über die Massenmobilisierung breit. Im Gebiet Irkutsk wird auf einen Wehrkommissar geschossen, in Dagestan gibt es Proteste. Eine Viertelmillion Russen soll das Land schon verlassen haben.