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Kritik an Deutschland : Gerhard Schröder wirft Ukraine „Säbelrasseln“ vor

  • Aktualisiert am

Ukrainische Soldaten im Januar in der Nähe von Odessa Bild: via REUTERS

Was er an Schuldzuweisungen an Deutschland aus Kiew höre, schlage „dem Fass den Boden aus“, sagt der frühere Bundeskanzler Schröder. Er wirbt für Verständnis Russland gegenüber.

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          Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die deutsche Absage an Waffenlieferungen in die Ukraine verteidigt und die ukrainische Kritik daran mit deutlichen Worten zurückgewiesen. „Ich hoffe sehr, dass man endlich auch das Säbelrasseln in der Ukraine wirklich einstellt“, sagte Schröder in dem Podcast „Die Agenda“. „Denn was ich dort vernehmen muss, auch an Schuldzuweisungen an Deutschland, wegen der ja vernünftigen Absage an Waffenlieferungen, das schlägt manchmal doch dem Fass den Boden aus.“

          Die ukrainische Regierung hatte Deutschlands Zurückhaltung bei Waffenlieferungen kritisiert und der Botschafter in Berlin hatte die Bereitschaft, 5000 Gefechtshelme zur Verfügung zu stellen, als „nicht einmal ein Trostpflaster“ bezeichnet. Die Regierung dort fordert unter anderem Kriegsschiffe und Luftabwehrsysteme von Deutschland. Was die akute Bedrohung durch Russland angeht, ist Kiew jedoch versucht, die Lage zu beruhigen. Zwar sehe man den Truppenaufmarsch, sei jedoch der Meinung, das reiche derzeit noch nicht für eine Invasion, hieß es in dieser Woche aus der ukrainischen Regierung.

          Den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine wertete Schröder auch als Reaktion auf Nato-Manöver im Baltikum und in Polen. „Natürlich hat das Auswirkungen auf das Denken und die Bedrohungsanalyse in Russland selbst“, sagte er. Das müsse man in Rechnung stellen, wenn man auf Ausgleich mit Russland aus sei. Mit einem russischen Einmarsch in die Ukraine rechnet der Altkanzler nicht. „Ich glaube das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass die russische Führung ein Interesse daran haben kann und hat, in der Ukraine militärisch zu intervenieren.“

          Schröders Partei will einem Bericht des „Spiegel“ nach, in der nächsten Woche ihre Haltung zu Russland und zur Ukraine-Krise klären. Dem Bericht zufolge habe der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil ranghohe Politiker seiner Partei zu einer Klausur am Montag eingeladen. In der SPD gibt es in der Russland-Frage zwei verschiedene Lager: während der linke Flügel für eine klassische Entspannungspolitik eintritt, ist der pragmatische Teil eher dafür, dem Kreml gegenüber eine härtere Haltung einzunehmen.

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