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SPD-Kanzlerkandidatur : Scholz lehnt Konkurrenzkampf mit Gabriel ab

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Mach Du. Nein, lieber Du. - Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (links) und SPD-Chef Sigmar Gabriel auf der SPD-Wertekonferenz in Berlin Anfang Mai. Bild: dpa

Einst wurde um die Spitzenkandidatur bei der SPD verbissen gekämpft. Dieser Tage scheint keiner Interesse daran zu haben. Anders ist die Antwort von Olaf Scholz auf eine Aufforderung des Parteichefs Gabriel nicht zu verstehen.

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          Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) geht nicht auf das Angebot von SPD-Chef Sigmar Gabriel ein, mit ihm um die Kanzlerkandidatur zu konkurrieren. „Die SPD ist eine solidarische Partei und in der SPD-Spitze halten wir zusammen. Wir machen uns nicht gegenseitig die Posten streitig“, sagte Scholz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Der SPD-Vorsitzende ist der natürliche Kanzlerkandidat.“

          Gabriel hatte sich in einem Interview mit der Zeitschrift „Spiegel“ zwei oder drei Bewerber für die Spitzenkandidatur gewünscht und dafür plädiert, die SPD dann in einem Mitgliederentscheid darüber abstimmen zu lassen. „Es wäre hervorragend, wenn es im nächsten Jahr zwei oder drei Leute aus der Führungsspitze der SPD gäbe, die sagen: Ich traue mir das zu“, sagte Gabriel in der Zeitschrift.

          Bei mehreren Kandidaten für eine Spitzenkandidatur werde es einen Mitgliederentscheid geben. Bislang wird die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der SPD für Anfang 2017 erwartet. Gabriel selbst will sich noch nicht festlegen. Auf die Frage, ob er entschlossen sei, als Kandidat anzutreten, sagte er: „Das entscheidet die SPD, wenn es soweit ist.“

          Angesichts von Umfragen, in denen die SPD bei rund 20 Prozent liegt, sei es allerdings schwierig, den Kanzler zu stellen. Die Partei müsse nun zeigen, dass sie ohne Wenn und Aber Schutzmacht der normalen Arbeitnehmer ist.

          Scholz gilt neben Sozialministerin Andrea Nahles, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als Alternative zu Gabriel. Ihnen allen werden allerdings keine großen Ambitionen nachgesagt, 2017 in den schwierigen Wahlkampf gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ziehen.

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