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Schmidts Affären-Beichte : Ein normaler Mann

Über Jahrzehnte verheiratet - trotz Affären: Altbundeskanzler Helmut Schmidt, hier im Jahr 2000 mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Loki an der Universität Hamburg Bild: dpa

In seinem 96. Lebensjahr macht Helmut Schmidt eine Liebesaffäre öffentlich. Sein zeitloser Aufruf zu mehr Toleranz kann auch als ganz aktuelles Integrationsangebot verstanden werden: Mann darf mehr Frauen haben.

          Was wir eigentlich nicht unbedingt wissen wollten, aber immer zu ahnen wagten: Auch Helmut Schmidt ist normal. Ein normaler Mensch, nein Mann. Aber keiner, der genießt und schweigt. Nach mehr als vierzig Jahren hat er nun noch schnell eine Affäre öffentlich gemacht. Damals hätte das wohl das Ende seiner Karriere bedeutet.

          Höchst normal dagegen wieder Schmidts Antwort auf die Reaktion seiner Ehefrau Loki: Die hatte ihm die Trennung angeboten, wie Schmidt jetzt offenbart. Für ihn aber sei das eine „ganz und gar abwegige Idee“ gewesen. Logisch, wer wünscht sich das nicht: Die Gattin, die kocht und bügelt, und dann noch jemanden für Spannenderes.

          Völlig abwegig, das aufzugeben. Der zeitlose Aufruf Schmidts zu mehr Toleranz kann auch als ganz aktuelles Integrationsangebot verstanden werden: Mann darf mehr Frauen haben. Oder gilt das nur für 100-Prozent-Männer? So nannte Theo Sommer seinen Freund Schmidt. Und der weiß das.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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