https://www.faz.net/-gpf-94bi1

Nach Glyphosat-Streit : Schmidt und Hendricks sprechen sich aus

  • Aktualisiert am

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Bild: KOPATSC/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Ja des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat hatte am Dienstag für viel Aufregung gesorgt. Jetzt will man wieder kollegial miteinander umgehen.

          1 Min.

          Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) haben sich nach dem Streit über die weitere Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat ausgesprochen. In der Sache seien beide weiter unterschiedlicher Auffassung, man wolle aber kollegial miteinander umgehen, teilten beide Ministerien am Donnerstag mit. Hendricks hatte Schmidt eingeladen, nachdem dieser Morddrohungen erhalten hatte. Die Drohungen gegen Schmidt seien unerträglich, erklärte Hendricks.

          Der Vertreter des Agrarministeriums hatte am Montag in Brüssel auf Weisung Schmidts dafür gestimmt, die Zulassung von Glyphosat in der EU um weitere fünf Jahre zu verlängern. Das deutsche Ja war nicht mit Hendricks abgestimmt, die gegen die Verlängerung war. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Schmidt gerügt, weil er gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung verstoßen habe.

          Hendricks hatte Schmidts Verhalten „dämlich“ genannt – auch angesichts der am (heutigen) Donnerstag anstehenden Gespräche zwischen Union und SPD mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über eine mögliche Regierungsbildung. Carsten Schneider, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, äußerte sogar Zweifel an der Autorität der Kanzlerin: „Der Autoritätsverlust der Bundeskanzlerin ist greifbar geworden und beschädigt die vertrauensvolle und reibungslose Zusammenarbeit in der Bundesregierung. Offenbar ist das Kanzleramt derzeit nicht in der Lage, seine Aufgaben wahrzunehmen.“ Auch von FDP und Grünen war das Verhalten Schmidts scharf kritisiert worden.

          SPD-Chef Martin Schulz hatte gesagt, man werde sich nun für ein nationales Verbot von Glyphosat einsetzen. Schmidt stellte lediglich einen restriktiveren Einsatz des Pflanzengifts in Aussicht.

          Glyphosat-Konflikt : Umweltschützer fordern Schmidts Rücktritt

          Weitere Themen

          Meuthen startet Angriff auf rechtes Lager Video-Seite öffnen

          AfD-Parteitag : Meuthen startet Angriff auf rechtes Lager

          Auf dem AfD-Bundesparteitag hat Parteichef Jörg Meuthen einen Frontalangriff auf das rechte Lager gestartet. In seiner Rede in Kalkar kritisierte er eine zunehmend radikale Wortwahl und warnte vor der Nähe zur Querdenken-Bewegung.

          Topmeldungen

          Plädoyer vor dem Ethikrat: Matthias Habich und Lars Eidinger in „Gott von Ferdinand von Schirach“.

          Streit um von Schirachs „Gott“ : Mediziner gegen Mediziner

          Der Film „Gott von Ferdinand von Schirach“ beschwört eine heftige Kontroverse herauf. Palliativmediziner und Psychologen werfen ihm vor, er stelle die Frage nach dem Recht auf assistierten Suizid falsch. Andere Palliativmediziner und Juristen sagen nun, die Kritiker verzerrten alles von A bis Z.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.