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Empfehlung zu Schmähplastik : Wittenberger „Judensau“ soll entfernt werden

Die judenfeindliche Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche, aufgenommen am 27. Mai 2022 Bild: dpa

Fachleute empfehlen, die Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche möglichst rasch abzunehmen. Sie solle künftig lieber in einem „adäquat kontextualisierenden Rahmen“ in der Nähe der Kirche gezeigt werden.

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          Die judenfeindliche Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche soll entfernt werden. Der Expertenbeirat, der vom Gemeindekirchenrat vor zwei Jahren eingesetzt worden war, empfahl am Dienstag eine möglichst rasche „Abnahme und Verbringung“ des Reliefs. Die „Judensau“ ist seit dem 13. Jahrhundert Teil der Kirchenfassade. Schon vor der Wiedervereinigung hat sich die Kirchengemeinde durch eine Inschrift auf dem Straßenboden von dem judenfeindlichen Werk distanziert. Zudem gibt es seit Jahren eine erklärende Informationstafel.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Gleichwohl wird seit Langem eine Entfernung des Reliefs gefordert. Im Juni stellte der Bundesgerichtshof klar, dass darauf kein rechtlicher Anspruch besteht. Das Expertengremium rät nun aber dazu, der „Judensau“ durch Abnahme die „gegenwärtige Sichtbarkeit“ zu entziehen und sie künftig in einem „adäquat kontextualisierenden Rahmen“ in der Nähe der Kirche zu präsentieren. Der Vorsitzende der Evangelischen Akademie Christoph Meier sagte, man stehe vor dem Dilemma, „etwas zu zeigen, was man nicht mehr anschauen will“.

          Mit der Umsetzung der Empfehlung des Expertenrats wird gerechnet, allerdings nicht mehr in diesem Jahr, da auch der Denkmalschutz eingebunden werden muss. Die Wittenberger Stadtkirche zählt als eine Mutterkirche der Reformation zum dortigen UNESCO-Weltkulturerbe.

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