https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schleuser-ermittler-zerschlagen-netzwerk-in-hessen-18312926.html

Razzien in drei Bundesländern : Ermittler zerschlagen Schleusernetzwerk

  • -Aktualisiert am

Schleusung unter lebensgefährlichen Umständen: Diese beiden Jungen aus Syrien entdeckte die Polizei Ende August bei einer Kontrolle im Kofferraum eines Autos im niederbayerischen Hutthurm. Bild: dpa

Die Bande soll mindestens 147 Personen aus Syrien eingeschleust haben – vornehmlich über Weißrussland, Polen und Österreich. Die wirkliche Zahl könnte noch deutlich höher liegen, vermuten die Ermittler.

          1 Min.

          Der Bundespolizei ist am Dienstagmorgen mit einer großangelegten Razzia in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen gegen ein Netz mutmaßlicher Schleuser vorgegangen. Rund zwanzig Wohnungen und Geschäftsräume wurden durchsucht und sechs mutmaßliche Schleuser festgenommen, unter ihnen vier Syrer, ein Iraner und ein Iraker. Der Schwerpunkt der Aktion, an der auch Spezialkräfte der GSG 9 beteiligt waren, lag in Nordhessen. 

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.


          Die sechs Männer werden verdächtigt, mindestens 150 vorwiegend syrische Staatsbürger gegen Zahlungen in Höhe von 600 bis 2000 Euro von Belarus, Polen oder Österreich aus in gemieteten Kleintransportern unter teilweise lebensgefährlichen Umständen „banden- und gewerbsmäßig“ nach Deutschland geschleust zu haben. So sollen die Flüchtlinge oft ohne jede Sicherung und ohne ausreichende Belüftung im dunklen Laderaum der Fahrzeuge transportiert worden sein.

          Bezüge zum IS bisher nicht bestätigt

           
          Die Schleuser sollen die Flüchtlinge nach der Ankunft in Deutschland zunächst in einem „Safe House“, einer Wohnung in einem unscheinbaren Wohnblock  in der Innenstadt von Korbach, untergebracht haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden die meisten Flüchtlinge dann nach Frankreich, Belgien und die Niederlande weitergeschleust. Zwei der mutmaßlichen Schleuser sollen zudem mehrere Kilogramm Rauschgift nach Deutschland eingeführt haben.


          Wie der „Spiegel“ berichtete, sollen die Ermittler dem mutmaßlichen Schleuserring durch Hinweise der ehemaligen Lebensgefährtin eines der Hauptbeschuldigten auf die Spur gekommen sein. Die Frau soll ausgesagt haben, dass auch Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) mit Hilfe der Gruppe geschleust wurden, weshalb sich zwischenzeitlich auch das „Gemeinsame Terrorabwehrzentrum“ (GTAZ) von Bund und Ländern mit dem Fall befasst haben soll. Bisher sollen sich aber keine Hinweise darauf gefunden haben, dass die Gruppe tatsächlich Kontakt zum IS hatte. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Munition der Bundeswehr in Ostenholz

          Geld für Bundeswehr : Finanzministerium erteilt Lambrecht scharfe Abfuhr

          Verteidigungsministerin Lambrecht will vom Finanzministerium mehr Geld für Munition. Das weist die Bitte zurück – und kritisiert „komplizierte, teils intransparente und inkonsequente Bedarfsplanung“.
          So sollte es aussehen: Das geplante „Digitale Medienhaus“ des RBB in Berlin wird nicht gebaut. Die Kosten wären explodiert.

          Kosten bei über 300 Millionen : RBB bläst Luxusbau ab

          Das „Digitale Medienhaus“ war das Prestigeprojekt der fristlos entlassenen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Ihre Nachfolgerin Katrin Vernau bläst den Luxusbau ab. Er hätte mehr als 300 Millionen Euro gekostet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.