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Schlechte Umfragewerte der CSU : Seehofer sieht Verantwortung bei Söder

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Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die schlechten Umfragewerte ihrer Partei zu. Bild: dpa

Der CSU-Chef weist die Verantwortung für die schlechten Umfragewerte seiner Partei in Bayern und die Kritik von Ministerpräsident Söder von sich. Doch die CSU will den Parteichef laut eines Berichts im Fall einer Wahlschlappe ausbooten.

          Eine Woche vor der Landtagswahl in Bayern wehrt sich der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer gegen den Vorwurf, für die schlechten Umfragewerte seiner Partei verantwortlich zu sein. „Ich habe mich in den letzten sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“. „Das ist das persönliche Vorrecht des Ministerpräsidenten Markus Söder“, sagte Seehofer. „Er ist zuständig für strategische Überlegungen im Wahlkampf.“

          Seehofers Migrationspolitik und der Streit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Juni um die Zurückweisung von Flüchtlingen seien der Grund für die schlechten Umfragewerte der CSU, hieß es dagegen laut „SZ“ in Söders Umfeld. Seehofer betonte in dem Interview: „In der Migrationsdebatte und bei der Frage der Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze haben wir bis August alles gemeinsam gemacht.“ Alle seien eingebunden gewesen. „Das geschah nicht gegen, sondern auf Bitten aus Bayern.“

          Die CSU verharrt kurz vor der Landtagswahl am 14. Oktober im Umfragetief: Im jüngsten ZDF-Politbarometer „Extra“ kam die CSU erneut nur auf 35 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl 2013 hatte sie 47,7 Prozent erreicht.

          Seehofer könnte Parteivorsitz verlieren

          Sollte sich diese Prognose bestätigen, könnte das Seehofer den Parteivorsitz und den Posten als Bundesinnenminister kosten. Für solche Überlegungen sehe er keinen Anlass, sagte Seehofer. Als Innenminister könne er große Erfolge vorweisen: „Ich bin rundum zufrieden.“ Er gehe davon aus, dass die CSU bei der Wahl „immer noch gut abschneiden“ könne.

          Seehofers Optimismus könnte getrübt werden: Denn nach Informationen des Spiegel wollen mehrere Mitglieder des CSU-Vorstands Seehofer von möglichen Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober ausschließen. Vorstandsmitglieder bereiten demnach für die Sitzung des Gremiums am Montag nach der Wahl einen entsprechenden Beschluss vor, was einer  Entmachtung des Parteichefs gleichkäme. Auch ein kompletter Sturz Seehofers ist laut dem Bericht nicht ausgeschlossen. 

          Bayerns Ministerpräsident Söder war zuvor auf Distanz zur Berliner Regierungs-Koalition gegangen. „Das sind alles Zahlen, die unglaublich geprägt werden durch Berliner Politik“, sagte Söder zur „Bild“. Er warnte davor, dass die Landtagswahl zu einem „Denkzettel für Berlin“ werde.

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