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Schimmelpilzgift : Belastete Milch in Nordrhein-Westfalen entdeckt

  • Aktualisiert am

Fütterung: Wieder sind belastete Futtermittel auf mehreren deutschen Höfen entdeckt worden, nach Niedersachsen und Rheinland-Pfalz nun auch in Nordrhein-Westfalen. Bild: ZB

Weitere Schimmelpilzfunde: Auch auf einem Hof im Sauerland ist der Grenzwert für Milch überschritten worden. Wieder stammt der belastete Mais im Viehfutter aus Serbien. Aber diesmal wurde er über Rotterdam geliefert, und überdies offenbar noch im Februar.

          Auch auf einem Hof in Nordrhein-Westfalen ist Rohmilch mit deutlich überhöhten Aflatoxin-Werten aus Schimmelpilzen entdeckt worden. Mit knapp 100 Nanogramm je Kilogramm Milch sei die Belastung mit dem giftigen Schimmelpilz fast doppelt so hoch gewesen wie zulässig, teilte das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mit. Ursache sei wieder verseuchter Mais aus Serbien - der allerdings nicht im November über Niedersachsen, sondern erst im Februar über Rotterdam importiert worden sei.

          Der Hof im Hochsauerlandkreis dürfe erst wieder Milch liefern, wenn der gesetzlich festgelegte Höchstwert von 50 Nanogramm eingehalten werde. Die bis dahin produzierte Milch werde entsorgt. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass belastete Rohmilch bereits an eine Molkerei geliefert wurde.

          Der Milchbetrieb hatte Futtermittel von einem Hersteller in Rees am Niederrhein erhalten. Darin war Mais aus Serbien verarbeitet worden. Der Hersteller hatte den Fall nach Eigenkontrollen selbst den Behörden gemeldet. Insgesamt habe er 200 Tonnen belastetes Futtermittel ausgeliefert.

          Andere Lieferwege

          In Nordrhein-Westfalen seien neben dem Hof im Sauerland auch zwei Betriebe im Kreis Borken und im Kreis Wesel betroffen, hieß es. Bei dem Betrieb im Kreis Borken habe der gemessene Wert mit 45 Nanogramm knapp unter der Höchstgrenze gelegen, im Kreis Wesel habe der Nachweis bei etwa 20 Nanogramm gelegen. Beliefert wurden außerdem rund 70 Tiermastbetriebe in Nordrhein-Westfalen.

          Der NRW-Fall ist nach Einschätzung des Ministeriums getrennt von den Maislieferungen nach Niedersachsen zu sehen. Dort hatten Futtermittelunternehmen im November vergangenen Jahres über den Hafen von Brake an der Weser serbischen Mais erhalten, den ein Hamburger Importeur eingeführt hatte. Der Hersteller in Rees habe seinen Mais in diesem Februar über Rotterdam bezogen.

          Entwarnung in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen

          In Rheinland-Pfalz darf mittlerweile auch der letzte noch betroffene Bauernhof wieder Milch liefern. Das teilte das Landesuntersuchungsamt am Mittwoch in Koblenz mit. Zuvor waren weitere Proben von Rohmilch des Betriebes untersucht worden, das Schimmelpilzgift Aflatoxin M1 wurde darin aber nicht gefunden. Im Fall des anderen Hofes waren schon am Dienstag wieder Lieferungen erlaubt worden. Der zweite Betrieb hatte ein höher belastetes Futter erhalten. Daher hatten sich die Experten hier für zusätzliche Analysen der Rohmilch entschieden.

          Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Die Grünen) will die Kontrollen  nun verstärken und weitere Konsequenzen aus dem Futtermittelskandal ziehen: „Die Eigenkontrollsysteme der Futtermittelbetriebe haben offensichtlich versagt. Sie funktionieren nicht, weil sie zu wenig verbindlich sind und leicht umgangen werden können. Sie gehören deshalb auf den Prüfstand - mit dem Ziel deutlicher Verbesserung.“

          Auch in Niedersachsen gaben die Behörden endgültig Entwarnung. Alle betroffenen Betriebe könnten wieder Fleisch und Milch liefern, teilte heute das Landwirtschaftsministerium in Hannover mit. Gesundheitsgefahren bestünden nicht.

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