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Schavans Rücktritt : „Eine Freundschaft, die über die Amtszeit hinausreicht“

  • Aktualisiert am

Das gaben Angela Merkel und die Bundesbildungsministerin am Samstag in Berlin bekannt. Bild: reuters

So emotional und angefasst hat man die Bundeskanzlerin selten gesehen. Angela Merkel wirkt sichtlich mitgenommen, als sie den Rücktritt ihrer Bildungsministerin verkünden muss. Annette Schavan ist für sie mehr als eine politische Weggefährtin.

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          So emotional, so angefasst, so traurig hat man die sonst als rational und nüchtern geltende Kanzlerin Angela Merkel selten gesehen. Im schwarzen Hosenanzug, mit müden Augen, verkündet sie am Samstag kurz nach 14 Uhr, was schon jeder geahnt hat: ihre Bildungsministerin gibt nach Tagen des Überlegens auf und zieht aus den Plagiatsvorwürfen die Konsequenzen. „Ich habe den Rücktritt sehr schweren Herzens angenommen“, sagt Merkel, und wiederholt sich Sekunden später, fast gleichlautend. Man sieht es ihr an, man hört es ihrer Stimme an: das sind nicht nur warme Worte, hier wird es persönlich, geht es um echtes Bedauern.

          Neben der Kanzlerin steht Annette Schavan, die eigentlich um ihr Amt kämpfen wollte. Streng nach vorne schaut sie die ganze Zeit, während die Kanzlerin sie würdigt und sie „die anerkannteste und profilierteste Bildungspolitikerin unseres Landes“ nennt. Schavan ist es dann, die das Verhältnis zwischen ihr und Merkel offen beschreibt. Sie spricht die Kanzlerin mit „liebe Angela“ an, spricht von Vertrauen, von Freundschaft, die über die Amtszeit hinausreicht.

          „Ich danke ihr von ganzem Herzen“

          Merkel verliert kein Wort über den Grund, der es für Schavan letztlich unmöglich machte, ihr Ministeramt fortzuführen. Allenfalls ganz indirekt lässt sie etwas anklingen. Merkel tut vor allem eines, sie lobt und würdigt Schavans fachlichen und menschlichen Qualitäten, wirft ihrer langjährigen Vertrauten den ein oder anderen warmen Blick zu. Schavan, so Merkel, stelle in dieser Stunde ihr eigenes persönliches hinter das Gemeinwohl. Diese Haltung mache Schavan aus. „Ich danke ihr von ganzem Herzen.“

          Schavan, der man ansieht, wie schwer es ihr fällt, nach 17 Jahren als Landes- und Bundesministerin ihren Abschied zu nehmen, geht offen und kämpferisch mit den Vorwürfen gegen sie um. Sie spricht von „anonymen Plagiatsvorwürfen“. Noch einmal bekundet sie mit Blick auf die Aberkennung ihrer Doktorwürde: „Ich werde diese Entscheidung nicht akzeptieren und dagegen klagen.“ Und geradezu trotzig schleudert sie den Kritikern entgegen: „Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht.“ Die Vorwürfe träfen sie tief.

          Allerdings hat die Politik ihre besonderen Gesetzmäßigkeiten. Das musste auch Schavan einsehen, mit etwas zuviel Zeitverzug, wie mancher Kritiker meint. Wenn eine Forschungsministerin gegen eine Universität klagt, „dann ist das mit Belastungen verbunden“, gibt sie nun zu. Das gilt für alle Beteiligten, nicht zuletzt auch die Bundesregierung und mit ihr Bundeskanzlerin Merkel. „Und genau das möchte ich vermeiden“, sagt sie. Dann würdigt Schavan noch, dass sie über die Parteigrenzen hinweg „viel Fairness, Zuspruch und Solidarität“ empfangen hat. Und so endet das Kapitel Bildungsministerin Annette Schavan. Es ist noch nicht einmal 14.10 Uhr.

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