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Kritik nach Cyberattacke : „Das Krisenmanagement ist katastrophal“

Die Hintergründe der Cyberattacke auf das Auswärtige Amt bleiben verschwommen Bild: AP

Den Hackern ist es bei ihrem Angriff offenbar gelungen, wichtige Daten aus dem Auswärtigen Amt zu erbeuten – darunter ein Dokument, das im Zusammenhang mit Russland steht. Nun äußern Abgeordnete scharfe Kritik an der Bundesregierung.

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          Der Hackerangriff der russischen Gruppe Snake auf die Bundesverwaltung hat mutmaßlich schon Ende 2016 begonnen. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur am Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die deutschen Sicherheitsbehörden erfuhren demnach erst am 19. Dezember 2017 von der Attacke – als ein befreundeter Geheimdienst sie darauf hinwies. Anschließend habe es einen weiteren Monat gedauert, bis es den Behörden gelang, die Angreifer im Netz der Bundesverwaltung ausfindig zu machen.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Das wirft die Frage auf, welche Dokumente die Hacker in dem Zeitraum erbeuten konnten, in dem sie noch nicht unter Beobachtung standen. Zunächst hatte es geheißen, es seien kaum Daten an die Angreifer abgeflossen. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete nun aber, Behördenmitarbeiter hätten die Hacker erst kürzlich dabei beobachtet, wie sie ein Dokument aus dem Auswärtigen Amt erbeuteten. Dieses sei von Bedeutung gewesen und habe im Zusammenhang mit Russland und Osteuropa gestanden.

          Abgeordnete fordern „gründliche Überprüfung“

          Die netzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, Anke Domscheit-Berg, kritisierte die Bundesregierung scharf. Die Aussage, der Angriff sei von Anfang an unter Kontrolle gewesen, sei falsch. „Das Krisenmanagement im Bundesinnenministerium ist katastrophal.“ Der Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka von der SPD nannte es einen „Skandal“, dass das Parlamentarische Kontrollgremium erst über die Medien von der Attacke erfahren habe. Lischka sagte der Zeitung „Passauer Neue Presse“, sollte es keine plausible Erklärung des Kanzleramtes dafür geben, könne man eine entsprechende „Überprüfung der Informationspolitik“ vornehmen.

          Stephan Mayer, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, verteidigte die Bundesregierung gegenüber dieser Zeitung. Sie habe ihre „Vorgehensweise zur Begrenzung des Schadens und zur Aufklärung überzeugend dargestellt“, sagte er. Eine Skandalisierung sei „völlig unangebracht“. Mayer forderte die Regierung auf, ihre Netzwerke nun „gründlich auf mögliche Schwachstellen“ zu überprüfen. Ähnlich äußerte sich der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Frank Rieger. Das Netzwerk der Bundesverwaltung entspreche zwar dem Stand der üblichen IT-Sicherheit, sagte Rieger. „Aber der ist insgesamt nicht gut.“ Die Computersysteme seien wie eine Wasserleitung, „bei der an unendlich vielen Stellen das Wasser rausspritzt. Und es wird viel darüber gestritten, ob man die Lecks mit blauem oder rotem Heftpflaster abdichtet. Wir benötigen aber eine neue Leitung.“

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