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Umstrittene Erdgas-Pipeline : Schäuble kritisiert Bundespolitik bei Nord Stream 2

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Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) während einer Rede in Thüringen, Juni 2019. Bild: dpa

Das deutsche Vorgehen habe bei östlichen Nachbarn „viel Vertrauen zerstört“, sagt der Bundestagspräsident. Das Projekt im Nachhinein zu sabotieren, sei allerdings auch „keine vernünftige Lösung“.

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          Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat das Vorgehen der deutschen Politik im Zusammenhang mit der umstrittenen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 kritisiert. „Die Sichtweise unserer östlichen Nachbarn übergangen zu haben, gehört nicht zu den Glanzpunkten deutscher Politik und hat viel Vertrauen zerstört“, schrieb er in einem Gastbeitrag für die Samstagsausgabe der Zeitung „Die Welt“.

          Gleichzeitig kritisierte Schäuble die osteuropäischen Länder dafür, im Nachhinein gegen das Projekt zu arbeiten. „Das Projekt auf Umwegen zu sabotieren, ist aus gesamteuropäischer Sicht trotzdem keine vernünftige Lösung.“

          Der Bau der zusätzlichen direkten Gasleitung Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland ist umstritten. Diese würde die strategische und wirtschaftliche Bedeutung alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer weiter schwächen. Das betrifft zum einen das ukrainische Leitungsnetz, zum anderen die quer durch Weißrussland und Polen verlaufende Jamal-Europa-Pipeline.

          Die Vereinigten Staaten und Polen gehören zu den schärfsten Kritikern des von Deutschland verfochtenen Projekts. Die Regierungen der beiden Länder kritisieren, dass Deutschland sich mit der Gaspipeline zu sehr von russischem Gas abhängig mache.

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