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Zukunft der SPD : Schäfer-Gümbel attackiert Gabriel für dessen Thesen

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Thorsten Schäfer-Gümbel ist offenbar kein Fan von Sigmar Gabriel. Bild: dpa

Kurz vor den Groko-Sondierungen streitet die SPD offen über ihren Kurs. Die Thesen von Sigmar Gabriel stoßen dabei auf scharfe Kritik. Die Replik eines Vize-Parteichefs grenzt an Häme.

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          Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat scharfe Kritik an den Thesen des früheren Parteichefs Sigmar Gabriel zur Zukunft der SPD geübt. „Bei einigen Aussagen habe ich mir wirklich die Augen gerieben“, sagte Schäfer-Gümbel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). „Dann habe ich mich gefragt, wer denn in den letzten Jahren Verantwortung  als Parteivorsitzender und Wirtschaftsminister getragen hat.“ Am Ende habe er sich entscheiden, den Text beiseite zu legen. „Es ist ein Beitrag unter vielen zur Erneuerung der SPD. Nicht weniger, aber auch nicht mehr“, sagte der stellvertretende Parteichef.

          „Ich finde Beiträge, die nicht vordergründig mit Reizworten spielen, hilfreicher und zielführender in der jetzigen Situation“, so Schäfer-Gümbel weiter. „Die Arbeitsteilung – die SPD kümmert sich um Soziales, die Grünen um Umwelt – halte ich für falsch“, kritisierte er. Die Versöhnung von Arbeit und Umwelt sei eine schwierige Aufgabe, aber lösbar. „Ich würde diesen Anspruch niemals aufgeben“, so der Sozialdemokrat. Gleiches gelte für Liberalität und Weltoffenheit, die wie soziale Sicherheit zur Identität der SPD gehörten. „Dies in Frage zu stellen, würde in den politischen Abgrund führen“, warnte Schäfer-Gümbel. 

          Sigmar Gabriel hatte in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin „Spiegel" eine Kurskorrektur seiner Partei gefordert. Darin hatte er geschrieben, über Begriffe wie „Leitkultur" oder „Heimat" müsse in der SPD wieder offen diskutiert werden. Zudem erklärte er, die SPD habe in der Vergangenheit zu sehr auf Themen wie Umwelt oder Datenschutz gesetzt, wodurch Felder wie Wirtschaft und Innere Sicherheit deutlich zu kurz gekommen seien.

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