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Schädigung im Mutterleib : Nikotinbaby

Nicht immer ist das Licht der Welt so heil: Auf der Station für Frühgeburten der Kinderklinik in Celle Bild: Daniel Pilar

Max ist fünf Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Jetzt liegt der Säugling in der Klinik, zittert, schwitzt und trinkt einfach zu wenig. Er ist auf Entzug. Das Gesundheitssystem ist darauf nicht vorbereitet.

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          Max wiegt 1500 Gramm, ist 38 Zentimeter groß, seit drei Tagen auf der Welt und auf Entzug. Im Bauch seiner Mutter hat er über 35 Wochen lang jeden Tag rund zwanzig Zigaretten geraucht. Diese tägliche Ladung Nervengift fehlt ihm jetzt. Max liegt auf der Neonatologie-Station im Allgemeinen Krankenhaus Celle. Unter der bauschigen bunten Bettdecke schaut sein Köpfchen hervor. Unruhig bewegt er Arme und Beine, er schwitzt. Er kneift die geschlossenen Augen zusammen. Wenn die Unruhe in ihm aufsteigt, quäkt Max, erst leise, dann immer lauter. Wenn er es gar nicht mehr aushält, schreit er schrill. Entspannung und Zufriedenheit hat Max in seinem kurzen Leben noch nicht kennengelernt, nur die Hässlichkeiten der Sucht.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Max ist fünf Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Typisch für Kinder von rauchenden Müttern. Er ist zu klein und zu leicht für sein Alter, wie so viele „Nikotinbabys“. Jeder Tag mehr im schützenden Bauch der Mutter, jedes Gramm und jeder Zentimeter mehr hätte seinem kleinen Körper geholfen, der Welt etwas entgegenzusetzen. Um an Gewicht und Kraft zuzulegen, muss er jetzt möglichst viel trinken. Tut er aber nicht. „Die Trinkschwäche ist ein typisches Symptom für den Entzug, den er gerade durchmacht“, sagt Chefarzt Martin Kirschstein. Er hilft Max, sich daran zu gewöhnen, ohne Nikotin zu leben. Das kann Wochen dauern.

          Zwölf Prozent der schwangeren Frauen rauchen

          Ein Stockwerk über Max in dem roten Backsteingebäude der Kinderklinik in Celle liegt Anca. Das Mädchen mit den großen dunklen Augen ist auch zu leicht und zu früh auf die Welt gekommen, weil ihre Mutter in der Schwangerschaft nicht die Finger vom Glimmstengel lassen konnte. Ihr Körper hat viele Tage gegen das Suchtgefühl gekämpft. Jetzt geht es Anca besser, aber sie ist immer noch unruhiger als die anderen Kinder auf der Station. Ihre Eltern aber wollen nicht glauben, dass ihre Tochter einen Entzug durchmacht – Ancas lange Zeit auf der Säuglingsstation schieben sie auf andere Gründe.

          Dreihundert bis vierhundert Frühgeborene werden im Jahr auf der Neonatologie-Station in Celle versorgt. Um Nikotinbabys wie Max und Anca müssen sich Ärzte und Schwestern besonders fürsorglich kümmern. Das kostet Zeit und Geld. Doch den erhöhten Aufwand bekommt die Klinik nicht bezahlt. Nach Ansicht der Sozialgerichte ist Tabak keine Droge – jedenfalls nicht, wenn es um die Diagnose „Entzugssyndrom beim Neugeborenen bei Einnahme von Drogen durch die Mutter“ geht. Die Folge: Die Ärzte haben keine Abrechnungsziffer für das, woran Max ganz offensichtlich leidet. Auf ein Schicksal wie seins ist das Gesundheitssystem immer noch nicht vorbereitet.

          Martin Kirschstein leitet die Celler Kinderklinik mit Schwerpunkt für Frühgeborenenmedizin
          Martin Kirschstein leitet die Celler Kinderklinik mit Schwerpunkt für Frühgeborenenmedizin : Bild: Daniel Pilar

          Zwölf Prozent der schwangeren Frauen rauchen. Das hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung mitgeteilt. Doch Suchtmediziner vermuten, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Anette Stiegler von der Universitätsklinik Tübingen sagt, dass mehr als jede zweite Raucherin auch in der Schwangerschaft weiter zur Zigarette greift. Jede dritte davon schafft es wenigstens, weniger als sonst zu rauchen. Die Folgen: Das Kind hat ein erhöhtes Risiko, später unter Asthma oder Allergien zu leiden. Die Kinder zeigen häufiger Herzfehler, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten und sind insgesamt anfälliger für Erkrankungen – ihr ganzes Leben lang.

          130.000 Kinder mit angeborenen Alkoholschäden

          Schwangerschaft bedeutet, Verantwortung für ein anderen Leben zu übernehmen. Eigene Bedürfnisse zurückzustellen – und zwar in jeder einzelnen Sekunde und Lebenslage. Das ist für alle Frauen eine Herausforderung. Für die Frauen, die nicht einmal in der Lage sind, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, ist es eine Überforderung.

          An die Folgen wollen Schwangere nicht denken, wenn sie sich die nächste Zigarette anstecken. Sie schrecken davor zurück, Hilfe zu holen. Sogar den Frauenärzten gegenüber verheimlichen viele ihre Sucht – aus Scham und aus Angst. Stattdessen suchen die Frauen in der Anonymität des Internets Unterstützung. „Ich schaffe es nicht mit dem rauchen aufzuhören! Ich hab schon reduziert von einer Schachtel auf 5 stück am tag und hab die Sorte gewechselt auf eine superleichte. Ich schäme mich so dafür!“, schreibt eine Frau, die bereits zwei Kinder auf die Welt gebracht hat. Noch am selben Tag bekommt sie zwanzig Antworten: keine Vorwürfe, sondern Zuspruch. „Man kann dich nicht zerfleischen oder dir vorwürfe machen, wenn du es wenigstens konsequent versuchst.“ Und Berichte über Kinder, die „kerngesund und totaal lieb“ seien, obwohl die Mutter „zwei Schachteln am Tag weggequarzt hat“.

          Dass Alkohol harmlos für das ungeborene Kind ist, behauptet in den Internetforen zwar kaum jemand ernsthaft. Trotzdem schädigen Frauen ihr Kind auch damit, bevor sie es das erste Mal im Arm halten. Laut Experten sind in Deutschland 130.000 Kinder von angeborenen Alkoholschäden, von der sogenannten Fetalen Alkohol-Spektrumstörungen, betroffen. Je nach Schwere können die Kinder leichte kognitive Störungen bis hin zu schweren Behinderungen haben. Mit schmalen Oberlippen, verstrichenen Falten zwischen Mund und Nase sowie kurzen Lidspalten sind manche ihr ganzes Leben damit gezeichnet, was ihre Mutter während der Schwangerschaft getrunken hat. Böse Zungen sagen: Eine Mutter kann ihr Kind vom „Gymnasium auf die Hauptschule heruntertrinken“.

          Keine Zeit für Nachfragen

          Christian geht noch nicht einmal auf die Hauptschule, sondern in eine Behindertenwerkstatt in Brandenburg. Seine Mutter hat in der Schwangerschaft jeden Tag zwei Flaschen Schnaps getrunken, berichtet die Pflegemutter. Nun ist er 19 Jahre alt und 1,53 Meter groß. Er hat große Schwierigkeiten beim Rechnen und Lesen, sein Intelligenzquotient liegt bei 49, er leidet unter dem „Fetalen Alkoholsyndrom“, wie die besonders schwere Form der pränatalen Alkoholschädigung genannt wird. Die Diagnose war in Christians Fall klar. Viele andere betroffene Kinder fallen aber durchs Raster. Rund neunzig Prozent von ihnen erhalten gar keine Diagnose. Daher werden sie häufig schlecht versorgt. Den Alltag zu meistern ist für viele schwierig.

          Frauenärzte sind für Schwangere die erste Anlaufstelle. Fast alle Frauen gehen zur Vorsorge. Doch der Arzt ist häufig kein Verbündeter im Kampf gegen die Drogen. Das liegt auch an den Ärzten selbst. „Wir sprechen das Thema an, reden mit den Schwangeren darüber, aber um tiefer nachzubohren, ist im Praxisalltag oft keine Zeit“, sagt ein niedergelassener Gynäkologe aus einer Ortschaft in Süddeutschland. Eine Stichprobe des Bundesgesundheitsministeriums zeigte: Jeder zweite Frauenarzt spricht mit Schwangeren nicht über die Gefahren von Alkohol und Rauchen. In jedem einzelnen Fall verletzt der Arzt seine Berufspflicht. Bis vor einigen Jahren wurde nicht einmal im Mutterpass explizit nach Alkohol und Tabak gefragt, es gab nur den allgemeinen Punkt „Genussmittel“. Was man darunter verstand, war jedem selbst überlassen.

          Direkt nach dem Argument Zeit kommt von den Ärzten das Argument Geld: Der Gynäkologe vom Land erklärt, er bekomme pro Quartal pro Schwangere 112 Euro. Für die Betreuung der gesamten Schwangerschaft zahle die Krankenkasse ihm rund 336 Euro. Er wolle ja nicht jammern, aber man müsse sich einfach bewusst machen: Für dieses Geld kann man alleine in einer Praxis nur eine geringe Zahl an „schwierigen Schwangerschaften“ betreuen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beträgt das Honorar von Frauenärzten rund 46.566 Euro im Quartal, Querfinanzierungen seien darin eingerechnet.

          Es hilft nichts die Mütter zu bestrafen

          Die Mütter zu schwach, die Ärzte überarbeitet – wer denkt eigentlich an die Kinder? Zehntausend kommen jedes Jahr mit geistigen und körperlichen Schädigungen zur Welt, weil die Mütter nicht die Hände von der Flasche lassen können. Wenn gutes Zureden nichts nützt, reagiert die Politik mit dem Strafrecht. In diesem Fall ist das allerdings nicht so einfach. Selbstgefährdung ist in Deutschland erlaubt, sogar Selbstschädigung. Nur Fremdgefährdung ist verboten. Die Krux für ungeborene Kinder: Rechtlich betrachtet, sind sie noch kein eigenes Leben. Sie werden bis zum Beginn der Geburt der Mutter zugeordnet. Erst danach sieht das Strafrecht sie als Menschen an und bietet Schutz vor Misshandlung. Das heißt: Wenn eine Mutter einem Säugling Alkohol einflößt, kann sie wegen Körperverletzung verklagt werden. Wenn der Embryo den Schnaps über das Blut aufnimmt, passiert der Frau hingegen nichts.

          Kinderarzt Hans-Ludwig Spohr, der seit einigen Jahren an der Berliner Charité das Zentrum zur Untersuchung von angeborenen Alkoholschäden leitet, findet das widersinnig: „Auch Alkohol in der Schwangerschaft ist schwere Kindesmisshandlung.“ So hat es auch ein britisches Gericht gesehen und eine 17 Jahre alte Mutter verurteilt, die während der Schwangerschaft regelmäßig eine halbe Flasche Wodka sowie acht Dosen Starkbier getrunken hatte und eine Tochter mit schweren Gesundheitsschäden zur Welt brachte. „Die Mutter hat bösartig Gift verabreicht und so das Leben oder schwerwiegenden körperlichen Schaden riskiert“, heißt es in dem Urteil. Die Berufungsinstanz hat die Entscheidung allerdings aufgehoben: Das ungeborene Leben sei keine „Person“, daher könne die Mutter keine Straftat begehen.

          Die Mütter will auch hierzulande kaum jemand bestrafen. „Keinem Kind wird dadurch geholfen“, sagt Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Sie sieht die Gefahr, dass sich schwangere Frauen aus Furcht vor der Strafverfolgung den Hilfsangeboten entziehen. Auch die Grünen halten strafrechtliche Mittel für „absolut ungeeignet“. Schließlich könne auch anderes Verhalten, wie etwa Radfahren, gesundheitsgefährdend sein, heißt es aus der Fraktion. „Wollen wir das alles unter Strafe stellen?“ Hubert Hüppe, der für die CDU/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss sitzt, weist darauf hin, dass das Verbot bei krankhafter Alkoholabhängigkeit wohl auch nichts nutzen würde.

          Bessere Aufklärung nötig

          Alkoholsucht ist eine Erkrankung. Das hebt auch die Ärzteschaft hervor. Solche Patientinnen gehören aus Sicht der Mediziner nicht an den Pranger. Sie wissen aus Erfahrung: Wenn man den Frauen mit Vorwürfen begegnet, verliert man den Zugang zu ihnen vollständig. Auch Kinderarzt Spohr glaubt, dass man mit Bestrafung nicht weiterkommt – allerdings aus anderen Gründen: Es sei „Wunschdenken“, dass Frauen, die an einer Alkoholsucht leiden, im Gefängnis dazulernen. Er plädiert dafür, dass Kinder von schwer suchtkranken Frauen, die sich in staatlicher Obhut befinden, keinen Kontakt zu ihren Müttern haben sollten, bis sie ihre Sucht im Griff haben. Wenn Spohr besonders stark geschädigte Kinder sieht, denkt er, solche Mütter dürften eigentlich keine Kinder bekommen. Doch fatalerweise hoffen manche Frauen gerade, dass die Schwangerschaft sie aus dem Sumpf ziehen kann.

          Der Schutz der Kinder gerät dabei allzu leicht aus dem Blickfeld. Einig sind sich deshalb alle – ob es nun um zwei Liter Schnaps am Tag oder eine Zigarette pro Woche geht: Die Aufklärung muss besser werden. Zwar sollen Schüler eigentlich schon im Sexualkundeunterricht lernen, welche Gefahren Drogen in der Schwangerschaft haben können, und die Bücherregale sind voll von ungezählten Ratgebern. In Amerika werden sogar Warnhinweise auf Flaschen geklebt. Trotzdem gibt es Frauen, die über ihren eigenen Körper sehr wenig wissen. Manche denken auch heute noch, ein Gläschen Rotwein am Abend werde schon nicht schaden. Nach Angaben der Drogenbeauftragten wissen 56 Prozent der Bevölkerung nicht, dass Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu bleibenden Schäden für das Kind führen kann. Und es gibt Frauen, die es einfach nicht schaffen, dem gesellschaftlichen Druck zu widerstehen und nicht mitzutrinken und mitzurauchen.

          Christian, der junge Mann aus Brandenburg, will junge Frauen dazu bringen, nicht denselben Fehler zu machen wie seine Mutter. Er beteiligt sich an der Aufklärungsarbeit. Jüngst war er mal wieder in einer Medizinvorlesung für Studenten im zweiten Studienjahr an der Charité in Berlin. Kinderarzt Spohr, der ihn seit frühster Kindheit behandelt, hat den Studenten die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft erklärt. Dann nahm sich Christian das Mikrofon: „Trinken Sie keinen Alkohol, sonst bekommen Sie ein Kind, das so aussieht wie ich.“ Plötzlich herrschte Totenstille im Hörsaal.

          Ungeborene Kinder kommen zu kurz

          In der großen Politik gibt es so viel Anschaulichkeit nicht. In Berlin hat man sich ein Präventionsgesetz ausgedacht, um das Gesundheitsbewusstsein zu verbessern. Krankheiten sollen vermieden werden, bevor sie überhaupt entstehen, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Doch die ungeborenen Kinder kommen hier zu kurz: Unter den Gesundheitszielen taucht die Reduktion des Alkoholkonsums nicht auf. Das Gesetz nimmt drohende Gesundheitsschäden in der Schwangerschaft überhaupt nicht in den Blick. Kinderärzte fordern hier Nachbesserung. Und auch in Gröhes eigener Partei gibt es Kritik: Der CDU-Abgeordnete Hubert Hüppe fordert, dass bei alkoholischen Getränken auf der Flasche oder der Verpackung ein gesetzlich vorgeschriebener deutlicher Warnhinweis angebracht wird und Warntafeln in Gaststätten aufgestellt werden.

          Wichtiger, als noch mehr Regelungen zu erfinden, ist vielen Medizinern, dass es Angebote für ihre Patientinnen gibt, die leicht zugänglich sind. Zu einem solchen Angebot zählt die Internetplattform IRIS, die Frauen online und anonym beim Tabak- oder Alkoholverzicht in der Schwangerschaft unterstützt. Ziel ist es, dass die Frauen unmittelbar mit der Aufnahme in das Programm aufhören, Alkohol oder Tabak zu konsumieren. Die zwölfwöchige Behandlungsphase soll die Abstinenz stabilisieren und vor Rückfällen schützen, Das Projekt wird vom Bundesgesundheitsministerium unterstützt.

          Fettleibigkeit wird bislang unterschätzt

          Längst droht aber eine noch ganz andere Gefahr für die ungeborenen Kinder, auf die Gesellschaft, Politik und Medizin noch gar nicht vorbereitet sind: Übergewicht in der Schwangerschaft. Ein Problem, das erschreckend schnell zum Massenphänomen wird. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, meint sogar: „Neben Alkohol und Nikotin wird in Zukunft das Übergewicht der werdenden Mutter eine mindestens gleich wichtige Gesundheitsgefahr für das Kind sein.“ Zwanzig Prozent aller Schwangeren in Deutschland sind heute übergewichtig, fünfzehn Prozent gelten sogar als fettleibig oder adipös, Tendenz steigend. Ist die Mutter zu dick, erhöht dies das Risiko des ungeborenen Kindes, selbst bereits überernährt geboren zu werden und im späteren Leben unter Übergewicht zu leiden – mit Folgen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

          Chefarzt Kirschstein hat seine Visite auf der Neugeborenen-Station zwischen bunten Wänden und Kuscheltieren, die oft so groß sind wie das Kind selbst, für heute beendet. Auch Max liegt inzwischen wieder schlafend in seinem Bettchen, auf dem Arm einer jungen Ärztin hat er sich beruhigen lassen. Zurück in seinem Büro, legt Kirschstein einen ganzen Stapel von Flyern und bunten Broschüren auf den Tisch. Sie tragen Namen wie „Frühe Hilfe“ „Ein guter Start ins Leben“ oder „Welcome“. „Angebote für junge Eltern gibt es genug“, sagt er. Man müsse sie nur richtig einsetzen: mehr Vernetzung statt neuer Gesetze. Von den Ärzten über die Hebammen, das Jugendamt bis hin zum Stillkurs müssten alle an einem Strang ziehen.

          Dann klingelt Kirschsteins Telefon. Der nächste kleine Patient wartet. Ein fünf Jahre altes Mädchen. Während Kirschstein den Behandlungsraum vorbereitet, wartet das blonde Mädchen mit seiner Mutter im Hof vor der großen Glastür. An der linken Hand hält die Mutter ihre kranke Tochter fest, mit der rechten Hand drückt sie ihre Zigarette aus.

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