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Nach Parteiausschluss : Sayn-Wittgenstein zieht sich aus Vorstandsarbeit zurück

  • Aktualisiert am

Doris von Sayn Wittgenstein im Januar in Kiel Bild: dpa

Doris von Sayn-Wittgenstein hat nach ihrem Ausschluss aus der AfD nun auch Konsequenzen in ihrem Landesverband gezogen, um „diktatorische Strafaktionen“ zu vermeiden, wie sie sagt. Alexander Gauland ist erleichtert.

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          Die bisherige AfD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, zieht nun doch Konsequenzen aus ihrem Rauswurf aus der Partei durch den Bundesvorstand. „Um diktatorische und willkürliche Strafaktionen des Bundesvorstandes zu vermeiden, habe ich mich bis auf weiteres aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen“, erklärte sie am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

          Der Parteivorsitzende Alexander Gauland sagte in Berlin, der AfD-Landesvorstand in Schleswig-Holstein habe nun die Entscheidung des Bundesschiedsgerichts akzeptiert. Das AfD-Schiedsgericht hatte am vergangenen Mittwoch entschieden, Sayn-Wittgenstein aus der Partei auszuschließen. „Da kann ich nur sagen, Gott sei Dank, damit wäre das Problem endlich gelöst“, fügte er hinzu.

          Noch am Freitag hatte der Landesvorstand erklärt, er betrachte die wegen rechtsextremer Kontakte aus der Partei ausgeschlossene Sayn-Wittgenstein weiter als Landesvorsitzende - und war damit auf Konfrontationskurs zum Bundesvorstand der AfD gegangen. „Das hat sich mittlerweile geändert“, sagte der Ko-Vorsitzende Jörg Meuthen im Deutschlandradio.

          Sayn-Wittgenstein hatte den Parteiausschluss als Schande und nicht rechtsstaatlich bezeichnet. Sie gab an, gegen das Urteil klagen zu wollen.

          Sayn-Wittgenstein war Ende Juni auf einem Landesparteitag trotz des damals laufenden Parteiausschlussverfahrens wiedergewählt worden. Ihr wird von der Spitze der Bundespartei unter anderem wegen einer Fördermitgliedschaft in einem rechtsextremen Verein parteischädigendes Verhalten vorgeworfen. Am Donnerstag bestätigte das Landesverfassungsgericht in Schleswig, dass ihr Ausschluss aus der AfD-Landtagsfraktion im Dezember rechtmäßig war. Sie gehört dem Parlament weiterhin als fraktionslose Abgeordnete an. Ein Niederlegen des Mandats lehnte sie ab.

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