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Risiko für ISS-Crew : Berlin nennt Satellitenzerstörung durch Russland „unverantwortlich“

  • Aktualisiert am

Durch den Test wurden die Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Bild: Reuters

Nach dem russischen Test Antisatellitenrakete hat die Bundesregierung die Aktion scharf verurteilt. Die dadurch entstandenen Trümmer gefährdeten nicht nur die Besatzung der ISS, sondern auch die Stabilität im Weltraum.

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          Die Bundesregierung hat den Test einer Antisatellitenrakete durch Russland, der zur Bildung einer Vielzahl von Welttraumtrümmern geführt hat, als „unverantwortlich“ verurteilt. In einer am Dienstagabend veröffentlichten Erklärung des Auswärtigen Amtes hieß es, Berlin sei „sehr besorgt“ über den russischen Test und dessen Folgen, welche „die freie und ungehinderte Nutzung des Weltraums für alle Staaten für Jahre beeinträchtigen werden“.

          Durch den Test würden überdies die Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS), unter ihnen der Deutsche Matthias Maurer, zusätzlichen Risiken ausgesetzt, kritisierte ein Ministeriumssprecher. „Dieses unverantwortliche Verhalten birgt ein hohes Risiko für Fehleinschätzungen und Eskalation.“

          Der Test unterstreiche die zunehmenden Risiken und Bedrohungen für Sicherheit und Stabilität im Weltraum und verdeutliche die „Dringlichkeit einer Einigung der internationalen Gemeinschaft auf Regeln für die friedliche und nachhaltige Nutzung des Weltraums“.

          Mit Anti-Satelliten-Raketentest ISS in Gefahr gebracht

          Deutschland setze sich gemeinsam mit seinen Partnern für einen internationalen Austausch im UN-Rahmen ein, der die „Reduzierung von Bedrohungen und Risiken für Weltraumsysteme“ zum Ziel habe, führte der Außenamtssprecher aus. Die Bundesregierung rufe alle Staaten dazu auf, sich konstruktiv in diesen Prozess einzubringen.

          Am Montag hatte bereits die US-Regierung Russland vorgeworfen, mit dem Anti-Satelliten-Raketentest die ISS in Gefahr gebracht zu haben. Russland habe „rücksichtslos“ einen „destruktiven Test“ mit einer Anti-Satelliten-Rakete vorgenommen und dabei einen eigenen Satelliten zerstört, erklärte US-Außenminister Antony Blinken.

          Astronauten vorsichtshalber in Sicherheit gebracht

          Moskau wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. Die Sicherheit der ISS-Besatzung sei „Hauptpriorität“ des russischen Handelns, erklärte die Weltraumbehörde Roskosmos. Auf die westlichen Informationen zu dem Anti-Satelliten-Raketentest ging Roskosmos nicht ein.

          Durch den Test und die Zerstörung des seit 1982 im All kreisenden Satelliten waren laut Blinken 1500 nachverfolgbare Weltraumtrümmer und vermutlich „hunderttausende“ kleinerer Fragmente entstanden. Wegen der Trümmer waren die sieben Astronauten an Bord der ISS – unter ihnen Maurer – geweckt und aufgefordert worden, die Luken an der ISS zu schließen.

          Anschließend zogen sie sich für rund zwei Stunden in zwei an die Raumstation angedockte Raumfähren zurück. Die Raumkapseln vom Typ SpaceX Crew Dragon und Sojus können im Notfall zur Evakuierung genutzt werden.

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