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Sarkozy-Kommentar : Spektakulärer Politskandal

Ist es vorstellbar, dass ein früherer französische Präsident seinen Wahlkampf mit dem Geld eines libyschen Diktators finanziert hat? Nach allem, was man an Zynismus, Lügerei und Korruption erlebt hat, muss man wohl antworten: Ja, ist es.

          Ist das wirklich vorstellbar? Es wird ein Krieg inklusive Regimewechsel angezettelt, um den Hauptzeugen in einem Fall von (illegaler) Parteienfinanzierung auszuschalten. Folge: Eine ganze Region versinkt in Chaos, Staatszerfall, islamistischem Terror und Flüchtlingselend. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, dass der frühere französische Präsident Sarkozy seinen Wahlkampf 2007 mit Geld des libyschen Diktators Gaddafi finanziert hat, dann wäre das ein spektakulärer Politskandal. Mehr noch: Es wäre der Ausgangspunkt einer ungeheuren internationalen humanitären Krise, die Teile Nordafrikas in den Abgrund gezogen hat.

          Also: Ist das vorstellbar? Nach allem, was man in den vergangenen Jahren an Zynismus, Lügerei und Korruption erlebt hat, muss man vermutlich antworten: Ja, ist es. So viel zur Diskussion über das Ansehen von Politikern. Neben Sarkozy nimmt sich der Fall des früheren Kanzlers Schröder, der in Diensten eines Autokraten steht, wie eine Anstandslosigkeit aus. Doch sind es nicht nur Politiker. Auch führende Wirtschaftsleute arbeiten kräftig daran mit, „Elite“ zu einem Schimpfwort zu machen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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