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Salafistenszene in Offenbach : Wo das islamistische Leben blüht

Straßenszene aus Offenbach: Die Stadt hat ein Problem mit Salafismus. Bild: Maximilian von Lachner

Offenbach gilt als eines der wichtigsten Zentren der salafistischen Szene in Deutschland. Die Stadt zieht Radikale von überall her an, mitunter gefährliche Dschihadisten.

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          Auf seiner Internetseite gibt sich das „Forum Neues Offenbach“ aufgeschlossen und engagiert. Das Leben in deutschen Großstädten habe sich verändert, heißt es dort, und wer wollte das bestreiten. Immer mehr Einwohner haben eine Einwanderungsgeschichte. „Deshalb wollen wir das künftige Zusammenleben in unserer Stadt neu denken.“ Zwei Vertreter des „Forum Neues Offenbach“ sitzen in der Stadtverordnetenversammlung, einer von ihnen ist Muhsin Senol. Er trat sogar bei der Oberbürgermeisterwahl an, wenn auch chancenlos.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten.
          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Beobachter haben jedoch Zweifel daran, ob Senol nur ein harmloser Kommunalpolitiker ist. Er war früher Vorsitzender der Union Europäisch-Türkischer Demokraten Hessen, der deutschen Lobbyorganisation der türkischen AKP, der Partei von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Und Senol war Zeuge im Stuttgarter Prozess gegen die Gruppe „Osmanen Germania BC“, die im vergangenen Jahr verboten wurde. Die Zeitung „Stuttgarter Nachrichten“ berichtete damals, dass Senol Dienste der „Osmanen“ vermittelt haben soll. Er weist das auf Anfrage der F.A.Z. von sich, das sei „reiner Schwachsinn“. Er kenne zwar „Osmanen“, auch deren früheren Chef Mehmet Bagci. Es sei bei früheren Kontakten aber nur um die Vermittlung von Sicherheitspersonal gegangen. Im Übrigen, so Senol, sei auch er sehr bei der Präventionsarbeit in Offenbach engagiert.

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