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Sahra Wagenknechts Bewegung : Liegen bleiben

Sahra Wagenknecht ist die unangefochtene Führungsfigur von „Aufstehen“. Bild: dpa

Sahra Wagenknechts linke Bewegung „Aufstehen“ kommt nicht voran. Es fehlt an Strukturen, Geld und Richtung. Kritiker der Bewegung spotten, die Gründung sei anscheinend schon der Höhepunkt gewesen.

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          Gesucht wird: „Ein ruhiger Nebenraum einer Kneipe, ein Versammlungsraum des lokalen Sozialverbands, eines Vereins oder das Bürgerhaus/Stadtteilzentrum“. Folgekosten, etwa für Essen und Getränke, sollen aber nach Möglichkeit nicht anfallen, „damit auch finanziell Schwächere teilnehmen können“. Am besten wäre es, wenn die „Räume, in denen Ihr Euch trefft, kein Geld kosten würden“. Wenn es keine Kneipe ist, sondern „dort, wo es keine Bewirtung gibt, überlegt, ob es dort erlaubt ist, ggf. Kekse sowie Wasser oder Tee/Kaffee in Thermoskannen mitzubringen“.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die zitierten Passagen stammen nicht aus einem Ratgeber für verarmte Krümelmonster, sondern aus dem Leitfaden für die Mitglieder der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“. Unter der Überschrift „So gelingen Eure lokalen Aufstehen-Treffen“ wird genau beschrieben, wie eine Versammlung gelingen soll. Zu Beginn soll ein Moderator bestimmt werden, der auch darauf hinweisen soll, dass sich bitte alle mit Respekt behandeln. Bei Redebeiträgen sollen abwechselnd Männer und Frauen zu Wort kommen. Auch sollen Namensschilder „entweder mit Kreppband oder einfachen Brief-Klebeetiketten“ von den Teilnehmern der Treffen getragen werden. Die gegenseitige Ansprache wird ebenfalls geregelt: „Bei Aufstehen duzen wir uns.“ Bei der Vorstellung – „gerne im Stehen, denn die Bewegung heißt ja Aufstehen“ – soll auch darauf geantwortet werden, wofür man aufstehen möchte. Ein Beispiel wird gegeben: „Hallo, ich bin Maria. Ich möchte aufstehen für Frieden und eine gute Rente für alle.“

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