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Landtagswahl im Herbst : Sächsische SPD nur noch einstellig

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Der Spitzenkandidat der sächsischen SPD, Martin Dulig, hat mit schlechten Umfragewerten zu kämpfen. Bild: dpa

Bei der sächsischen Landtagswahl steht die SPD vor weiteren harschen Stimmverlusten. CDU und AfD liegen in einer Umfrage gleichauf. Die Koalitionsbildung könnte schwierig werden.

          Gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen liegt die SPD in einer Umfrage nur noch bei neun Prozent. Im „Sachsentrend“, der vom Mitteldeutschen Rundfunk in Auftrag gegeben und von Infratest dimap durchgeführt wurde, kommen CDU und AfD jeweils auf 26 Prozent. Die Linke fällt in der am Dienstag veröffentlichten Umfrage mit 15 Prozent zurück auf Platz drei, danach folgen die Grünen. Diese würden mit zwölf Prozent ihr früheres Wahlergebnis fast verdoppeln. Die FDP könnte mit fünf Prozent den Wiedereinzug in den Landtag schaffen.

          Die derzeit regierende Koalition von CDU und SPD hätte damit weiterhin keine Mehrheit mehr, wie auch schon zuvor Umfragen gezeigt hatten. Rein rechnerisch wäre ein Viererbündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP möglich.

          Auch eine Koalition von CDU und AfD wäre theoretisch stark genug. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat dies aber kategorisch ausgeschlossen. Der Umfrage zufolge könnte es demnach auch knapp für eine so genannte Kenia-Koalition zwischen CDU, SPD und Grünen reichen.

          Mit der aktuellen Landesregierung ist eine knappe Mehrheit der Befragten in Sachsen zufrieden. 53 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden, 45 Prozent dagegen weniger oder gar nicht zufrieden. Bei einer Umfrage im August 2018 war das Verhältnis mit 48 zu 49 Prozent noch eher negativ.

          Im „Sachsentrend“ erhält die große Koalition nicht nur aus den eigenen Lagern, sondern auch von FDP- und Linke-Anhängern mehrheitlich eine eher positive Bewertung. Bei den Grünen-Anhängern halten sich Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage.

          Im Hinblick auf künftige Koalitionen ergibt sich allerdings ein widersprüchliches Bild. Eine Fortführung der Koalition aus CDU und SPD wird am besten bewertet – die Zustimmung liegt allerdings nur bei 36 Prozent. 62 Prozent fänden eine Neuauflage von Schwarz-Rot weniger gut oder sogar schlecht.

          Für ein Viererbündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP könnten sich 32 Prozent begeistern, für eine Koalition zwischen CDU und AfD noch 27 Prozent. Infratest dimap befragte von 24. bis 29. Juni tausend Wahlberechtigte in Sachsen.

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