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Prüfungen nicht verschieben : Sachsen öffnet schrittweise Schulen am 20. April

  • Aktualisiert am

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz spricht im Januar 2019 vor Schülern einer Oberschule. Bild: dpa

Trotz der Corona-Pandemie will Sachsen die Schulprüfungen nicht verschieben. Für die Abschlussjahrgänge werden die Schulen am 20. April wieder geöffnet.

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          Noch bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am nächsten Mittwoch über das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Coronavirus beraten, verkündet Sachsens Regierung bereits die schrittweise Öffnung seiner Schulen am 20. April. Das Bundesland hält trotz Corona-Krise an den geplanten Prüfungsterminen für das Abitur an Gymnasien und die Abschlüsse an Ober- sowie beruflichen Schulen fest.

          Die schriftlichen Prüfungen beginnen zum regulären Ersttermin am 22. April, wie Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in Dresden sagte. Zur Vorbereitung für die 10. sowie 12. oder 13. Klasse werden die Schulen am 20. April wieder geöffnet. Wie es mit den übrigen Klassen weitergeht, wird nächste Woche entschieden. Im Moment spricht laut Piwarz aber einiges dafür, dass sie noch nicht wieder zurückkehren könnten.

          „Ein wie immer geartetes Notabitur ist für uns keine Option“, betonte der Minister. Die Schüler sollen ihre Prüfungen in guter Atmosphäre und unter fairen Voraussetzungen ablegen können. Piwarz verwies darauf, dass genügend Platz und Lehrer zur Verfügung stünden, die Schutzmasken bekämen, zudem werde Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Auch die Schüler sollten über das Tragen von Schutzmasken nachdenken und auf dem Weg zur Prüfung auf Abstand achten.

          Piwarz warb dafür, das Abitur zum regulären Ersttermin zu schreiben. Anders als sonst gebe es dennoch in gewisser Weise Wahlmöglichkeiten. So könnten die, die sich beim Ersttermin dazu nicht in der Lage fühlten, das gesamte Abitur oder einzelne Klausuren ohne Vorlage eines Attestes zum regulären Nachtermin ab dem 13. Mai nachschreiben. Und Erkrankte hätten die Möglichkeit eines dritten Termins im Juni - mit Attest.

          Zuspruch von Seiten der Schüler

          Mit Blick auf die Corona-bedingte schulfreie Zeit wird, im Unterschied zu sonst, auch die Zweitkorrektur in der Schule erfolgen. „Die Lehrer wissen, welchen Stoff sie unter Umständen nicht behandelt haben und es ist eine individuelle Beurteilung der Leistungen möglich“, sagte Piwarz. Er kündigte an, eine Beratungsstelle für Fragen von Eltern und Schülern einzurichten. Für die mündlichen Prüfungen sieht Piwarz keinen besonderen Regelungsbedarf. Sie erfolgten deutlich später und würden von den Schulen organisiert. „Es ist ein Abitur in nicht ganz leichten Zeiten, aber wir bemühen uns um beste Bedingungen und faire Bewertung“, so der Minister.

          Landesschülersprecherin Joanna Kesicka sagte zum Grünen Licht für das Abi am Donnerstagabend: „Es ist eine schwierige, aber korrekte Entscheidung.“ Positiv bewertete der Landesschüler-Rat die Wahlfreiheit für Abiturienten, sich am Erst- oder Zweittermin der schriftlichen Prüfung zu stellen. Kesicka dazu: „Der Zweittermin ist ein gutes Angebot. Aber er muss nicht automatisch für alle die beste Lösung sein. Wer seine Vorbereitung fest mit den aktuellen Terminen geplant hat, sollte sich überlegen, den Ersttermin zu wählen.“

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