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Angriff auf Firmengebäude : Sachsens Innenminister vermutet Linksextremisten hinter Brandanschlag

  • -Aktualisiert am

Ausgebrannte Fahrzeuge eines Immobilienunternehmens in Leipzig. Bild: dpa

Nach Monaten relativer Ruhe häufen sich in Leipzig Anschläge auf Firmen. Sachsens Innenminister Schuster vermutet auch hinter dem jüngsten Angriff politische Motive.

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          In Leipzig hat es am frühen Dienstagmorgen einen Brandanschlag auf dem Firmengelände des Immobilienunternehmens Vonovia gegeben. Dabei sind etwa ein Dutzend Lieferwagen und Transporter zum Teil vollständig ausgebrannt. Die Ermittler hätten erste Spuren gesichert sowie mit einem Polizeihubschrauber und mit Hilfe der Bundespolizei nach den Tätern gefahndet, teilte das Landeskriminalamt mit. Nach bisherigen Erkenntnissen gehe man von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Es sei „erheblicher Sachschaden“ entstanden, die genaue Höhe werde noch ermittelt.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Weil die Firma in Leipzig nicht zum ersten Mal von Brandanschlägen betroffen ist, habe das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismusabwehrzentrum die Ermittlungen übernommen. „Daran können Sie bereits erkennen, wie wir über die Sache denken“, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) am Dienstag in Dresden. „Hier eine politische Motivation nicht auszuschließen zu wollen, wäre eine untertriebene Formulierung.“ Die Täter vermutet Schuster in der Leipziger linksextremen Szene, die in der Vergangenheit immer wieder ähnlich Anschläge begangen hat. Nach Monaten relativer Ruhe scheinen sich diese Straftaten wieder zu häufen.

          Erst in der vergangenen Woche gingen auf einer Baustelle in Leipzig zwei Bagger einer Baufirma aus Ostsachsen in Flammen auf, die ebenfalls schon häufiger Ziel linksextremistischer Anschläge war. Den Schaden bezifferten die Ermittler auf 375.000 Euro. Anfang November hatten sich mutmaßlich Linksextremisten auf der Internetplattform „Indymedia“ zu Anschlägen auf zwei Leipziger Firmen bekannt, die unter anderem Sicherheitstechnik für Haftanstalten liefern. „Unsere Herzen brennen für alle Rebell*innen in den Verliesen des Staates, die ihren Kampf weiterführen“, hieß es darin.

          Womöglich sei die Hoffnung verfrüht gewesen, dass sich der Fokus der linksextremen Szene seit dem Prozess gegen vier ihrer Protagonisten nicht mehr so stark auf Leipzig konzentriere, sagte Schuster. Das Oberlandesgericht Dresden verhandelt seit einem Jahr gegen die mutmaßliche Rädelsführerin Lina E. sowie drei Männer, denen die Bildung einer linksextremen kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Sie sollen politisch Andersdenkende und solche, die sie dafür hielten, überfallen und mehrere Personen schwer verletzt haben.

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