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Sachsen : Genosse Kommissar

Image als Hüter des Sozialstaats

Des weiteren wird auch in der sächsischen PDS befürchtet, die Partei könne selbst in Ostdeutschland nicht auf Dauer bestehen, sollte sie nicht in den Bundestag zurückkehren. Als weiterer Grund für eine „Öffnung“ und „Erneuerung“ im Rahmen eines Linksbündnisse gilt in der PDS die eklatante Überalterung der Partei: 68 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt der sächsischen Genossen mittlerweile, jährlich sterben der PDS im Freistaat Hunderte Mitglieder weg.

Schließlich erhofft sich die Partei, im Zuge des neuen Linksbündnisses das Image eines Clubs der DDR-Apologeten - was die PDS tatsächlich in Teilen noch ist - loszuwerden und fortan im Bunde mit Lafontaine und Co. als einzige Hüterin des Sozialstaats altbundesrepublikanischer Prägung wahrgenommen zu werden.

„Tatort“-Kommissar als Spitzenkandidat

Derzeit wird in der sächsischen PDS heftig in einem Netzforum der Partei über die Namensänderung diskutiert. Eine Internetumfrage der Partei hat ergeben, daß 70 Prozent die Umbenennung befürworten. Deshalb zweifelt kaum jemand in der Führung der Landespartei daran, daß der entsprechende Antrag der Landesvorsitzenden am Samstag in Freital, wie in der Satzung vorgesehen, mit Zweidrittelmehrheit angenommen wird.

Auch eine andere Vorgabe aus Berlin dürfte wie üblich von den sächsischen Genossen abgenickt werden: Auf Vermittlung des Bundesvorsitzenden Lothar Bisky soll der Schauspieler Peter Sodann bei einer möglichen Bundestagswahl im September als Spitzenkandidat für die sächsische PDS antreten. In Westdeutschland wurde Sodann durch seine Rolle als „Tatort“-Kommissar Bruno Ehrlicher bekannt.

Prominente Nichtmitglieder kandidieren

Erst am Wochenende nahm der 69 Jahre alte Schauspieler seinen Abschied als Intendant des „Neuen Theaters“ in Halle. Seit 1981 hatten er und sein Ensemble die „Kulturinsel“ in der Stadt an der Saale aufgebaut - ein Kulturensemble mit mehreren Bühnen, Galerie, Kneipe und DDR-Bibliothek, das 2003 fertiggestellt wurde.

Sodanns Kandidatur steht in der Tradition der offenen Listen der PDS: Mehrfach hat die Partei Nichtmitgliedern den Einzug in Parlamente ermöglicht. Zu den prominentesten aus „Gysis bunter Truppe“ gehören der Schriftsteller Stefan Heym, der 1994 gegen Wolfgang Thierse den Wahlkreis Berlin Mitte-Prenzlauer Berg gewann, und der frühere DDR-Spitzensportler „Täve“ Schur.

Entscheidung für ein Linksbündnis

Die Kandidaturen parteiloser Prominenter dienten der PDS stets auch dazu, ihre Wurzeln in der alten SED, so gut es geht, zu verbergen. Der Fall Porsch zeigt, wie schnell der Partei ihre Geschichte immer noch in die Quere kommen kann.

Unterdessen hat sich die bisher widerspenstige WASG im Freistaat doch bewegt. Unter dem Eindruck der Entscheidung des WASG-Bundesparteitags am Wochenende für ein Linksbündnis mit der PDS und der guten Aussicht, aus dem Nichts Mandate erringen zu können, vereinbarte die sächsische WASG nun für Montag abend erstmals ein Treffen mit der PDS.

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