Tabubruch in Sachsen : CDU für Koalition mit Grünen und SPD

Auf einem Sonderparteitag stimmt Sachsens CDU mit großer Mehrheit für ein Regierungsbündnis mit Grünen und SPD. Nicht immer erntet Michael Kretschmer dabei so viel Beifall wie für seine Attacke gegen die AfD.
Die Farbe Grün trägt Sachsens CDU seit jeher in ihrem Logo. Bisher symbolisierte sie eine der Landesfarben. Künftig aber soll sich diese CDU auch in ein Bündnis mit den Grünen begeben, und das ist für die bisher stolze und erfolgsverwöhnte Partei nicht weniger als ein Tabubruch. Grün wirkt deshalb auch auf so manche der gut 200 Delegierten des Sonderparteitages am Mittwochabend in Radebeul bei Dresden weniger beruhigend als vielmehr aufputschend. „Die Sachsen haben mehrheitlich konservativ gewählt, und jetzt bekommen sie eine grün-rote Politik!“, beschwerte sich in der Aussprache zum Koalitionsvertrag ein Mitglied, bekommt dafür allerdings nur wenig Beifall. Ein anderer Redner beklagte sich bitterlich darüber, dass die CDU das Justizministerium abgibt, aber auch er erhält kaum Zustimmung. Dann versuchte es ein Vertreter der Splittergruppe „Werte-Union“, er warnte vor einem „Umbau Sachsens“ und empfahl allen Ernstes eine Minderheitsregierung, in der man dann „klar CDU-Politik machen“ solle, woraufhin ein Vertreter der Jungen Union ihm erst mal die Mehrheitsverhältnisse erklären musste.





