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SPD in Sachsen-Anhalt : Unzufrieden, aber treu

Will Geld in die Hand nehmen: SPD-Spitzenkandidatin Katja Pähle in Magdeburg Bild: Daniel Pilar

Die SPD würde gerne weiter in Magdeburg regieren, beim nächsten Mal aber lieber an der Seite von Linken und Grünen. Laut Umfragen könnte sie jedoch gezwungen sein, wieder mit der CDU zu koalieren.

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          Regierungsparteien bemühen sich im Wahlkampf üblicherweise, die eigenen Erfolge herauszustellen oder auf eine erfreuliche Entwicklung des Landes zu verweisen. Auf den Plakaten variiert man Slogans wie „Das Saarland in guten Händen“, „Weiter so, Schleswig-Holstein“ oder: „Hessen, was bist du schön geworden in der zurückliegenden Legislaturperiode“. Die SPD in Sachsen-Anhalt hat vor der anstehenden Landtagswahl am 6. Juni einen anderen Weg eingeschlagen, wiewohl sie dort seit zehn Jahren an der Regierung beteiligt ist. „Geduld aufgebraucht? Jetzt Chaos an den Schulen beenden!“, plakatieren die Sozialdemokraten in jedem zweiten Dorf zwischen Harz und Fläming. Oder: „Mit unserer Gesundheit zockt man nicht.“ Das wäre in der Tat schlimm – indirekt auch für die SPD, denn sie führt in Sachsen-Anhalt seit 2011 das Gesundheitsministerium.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Richtig zufrieden scheint die SPD mit der Bilanz der schwarz-rot-grünen Kenia-Regierung nicht zu sein. Bereits im vergangenen Jahr kündigte Spitzenkandidatin Katja Pähle konsequenterweise an, sich nach einer „progressiven Mehrheit“ im Land umzusehen. Aus diesem Wunsch wird laut den Umfragen allerdings nichts werden. Umfrage sahen SPD und Linke zuletzt bei zehn, elf Prozent, die Grünen bei neun Prozent.

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