https://www.faz.net/-gpf-8tyt5

Sachsen-Anhalt : AfD-Landeschef Poggenburg nutzt NS-Vokabular

  • Aktualisiert am

André Poggenburg (links) mit AfD-Politiker Björn Höcke im Thüringer Landtag Bild: dpa

Neue sprachliche Eskalation: Linksextreme nennt AfD-Mann Poggenburg „Wucherungen am deutschen Volkskörper“. Ein Grünen-Abgeordneter hält das für „Nazi-Sprache“.

          Im Landtag von Sachsen-Anhalt hat der AfD-Fraktionsvorsitzende André Poggenburg am Freitag mit völkischem Vokabular den Widerspruch der anderen Fraktionen provoziert. Poggenburg bezeichnete Linksextremisten als „Wucherungen am deutschen Volkskörper“, die es „loszuwerden gelte“. Poggenburg forderte zudem, „linksextreme Lumpen“ müssten „von deutschen Hochschulen verbannt und statt eines Studienplatzes wieder praktischer Arbeit zugeführt werden“. Poggenburg tätigte diese Äußerungen in einer Debatte, die sich auf Antrag der AfD mit den wiederholten Übergriffen von gewalttätigen Linksextremisten auf AfD-Politiker beschäftigte.

          Erst im Januar musste eine Veranstaltung mit Poggenburg an der Universität Magdeburg wegen solcher Übergriffe abgebrochen werden. Poggenburg beklagte im Landtag mit Blick auf diesen Vorfall, die Hochschulen seien teils „in den Händen der linksextremen Antifa“, wofür auch eine „antideutsche Berichterstattung“ mitverantwortlich sei. Der Grünen-Abgeordnete Sebastian Striegel warf Poggenburg vor, er habe in seiner Rede „Nazi-Sprache“ benutzt. Auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) erkannte Parallelen zum Vokabular der Nationalsozialisten. Eine AfD-Sprecherin teilte mit, Poggenburgs Äußerungen hätten seinem Redemanuskript entsprochen.

          Poggenburg hielt seine Rede nur wenige Stunden vor dem Beginn einer Sondersitzung seiner Fraktion. Auf dieser sollte über den Ausschluss von Poggenburgs parteiinternem Widersacher Daniel Roi und möglicherweise noch weiterer AfD-Politiker entschieden werden. Roi hatte interne Dokumente an eine frühere Fraktionsmitarbeiterin weitergeleitet, die wiederum den AfD-Abgeordneten Matthias Büttner Vergewaltigung vorwirft.

          Weitere Themen

          Pflichtdienst für Frankreich

          2000 Jugendliche angetreten : Pflichtdienst für Frankreich

          Erste-Hilfe-Kurs, Notfallübungen und gemeinnützige Arbeit: Die vierwöchige Dienstpflicht für Jugendliche soll den Zusammenhalt der französischen Nation stärken. Der Dienst könnte gar zur Bedingung für die Abiturprüfung werden.

          Mursi starb offenbar an Herzinfarkt Video-Seite öffnen

          Ex-Präsident von Ägypten : Mursi starb offenbar an Herzinfarkt

          Am Montag bei einer Anhörung vor Gericht ist der ehemalige ägyptische Präsidenten Mohammed Mursi ohnmächtig zusammengebrochen und später gestorben. Seine Anhänger der Muslim-Brüder sprachen von einem ausgewachsenen Mord.

          Amerika verlegt weitere Soldaten in den Nahen Osten Video-Seite öffnen

          Interessen bedroht : Amerika verlegt weitere Soldaten in den Nahen Osten

          Angesichts der zunehmenden Spannungen mit dem Iran nach dem Angriff auf zwei Öltanker sehen die Vereinigten Staaten ihre Interessen in der gesamten Region bedroht. Verteidigungsminister Patrick Shanahan setzt daher auf stärkere Verteidigung im Nahen Osten.

          Topmeldungen

          Umstritten: An der geplanten Pkw-Maut gibt es viel Kritik.

          EuGH urteilt : Deutsche Pkw-Maut verstößt gegen EU-Recht

          Das Prestigeprojekt der CSU ist gescheitert: Der Europäische Gerichtshof gibt einer Klage von Österreich gegen die Maut in Deutschland statt. Die Richter halten die geplante Abgabe für diskriminierend.
          Matteo Salvini (Dritter von rechts) und Mike Pence (vierter von rechts) beim Gruppenfoto vor dem Weißen Haus am Montag

          Salvini in Washington : Imperiale Achse im Gepäck

          Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini preist bei seinem ersten Besuch in Washington Rom als verlässlichsten Partner in Europa an. Und verteilt Seitenhiebe gegen Paris, Berlin und Brüssel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.