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Mögliche Parteispende für AfD : Im Himmel über Moskau

Teurer Flug im Privatflugzeug? Frauke Petry und ihr Ehemann Marcus Pretzell, hier bei der AfD-Wahlparty zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017. Bild: dpa

Dass die russische Regierung einen guten Draht zur AfD pflegt, wird schon länger vermutet. Nun ist klar, dass drei Politiker der Rechtspopulisten von ihr ein Privatflugzeug für rund 25.000 Euro gestellt bekamen. Das könnte Ärger geben. Die Geschichte dahinter.

          7 Min.

          Für einen 20. Februar war es ein vergleichsweise milder Morgen in Russlands Hauptstadt, zwei Grad und wolkenverhangen. In wenigen Stunden sollten Frauke Petry, Marcus Pretzell und Julian Flak mit einem Linienflug nach Berlin aufbrechen. Seit Samstag hatte die Delegation in Moskau Gespräche mit ranghohen Politikern geführt. Es war das Jahr 2017, das Trio stand auf dem Höhepunkt seiner Karriere und in Führungsämtern einer aufstrebenden Partei, der AfD. Petry als Bundesvorsitzende, ihr Ehemann Pretzell als nordrhein-westfälischer Landesvorsitzender und Flak als Mitglied des Bundesvorstandes. Natürlich interessierte sich Moskaus politische Elite für die Neulinge. Schließlich war die Partei in der Vergangenheit durch ihre Russlandfreundlichkeit aufgefallen, ob bei der Annexion der Krim oder in Bezug auf das autoritäre Gebaren des Präsidenten Wladimir Putin. Also hatte die Moskauer Stadtregierung das Trio für ein Stelldichein nach Moskau eingeladen, Spesen inklusive.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Auf die protokollarische Ebenbürtigkeit wurde geachtet. Die AfD war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Bundestag eingezogen, sondern eine regionale, in deutschen Landtagen vertretene Partei. Deshalb die Einladung der Moskauer Stadtregierung an AfD-Politiker aus Sachsen (Petry), Nordrhein-Westfalen (Pretzell) und Hamburg (Flak). Auch einige Gespräche sollen von Regionalpolitik gehandelt haben. Es sei, hieß es später in einer Mitteilung der Duma, angeblich um die „Realisierung von Programmen zur Zusammenarbeit“ mit deutschen Bundesländern gegangen und um die Wiederbelebung von Austauschprogrammen. Soweit, so unspektakulär, für alle Beteiligten. Für Montag war also die Rückreise geplant. Doch die Russen hatten noch eine Idee.

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