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Russland und Deutschland : Neun Worte über Nord Stream 2

Angela Merkel und Wladimir Putin nach Ukraine-Verhandlungen im Jahr 2015 Bild: Reuters

Nach dem russischen Urteil zu Nawalnyj muss die Kanzlerin nur einen einzigen Satz sagen. Sie könnte damit Putin Grenzen setzen, Biden gewinnen und Europa einen. Und sie müsste nicht einmal Fehler gestehen.

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          Wenn Alexej Nawalnyj demnächst den Weg ins Straflager antritt, kommt für Angela Merkel der Augenblick, neun Worte zu sprechen. Sie könnten lauten: „Ich kann die Gasleitung Nord Stream 2 nicht unterstützen.“ Auf den ersten Blick wäre das nicht viel. Offiziell hat Merkel die Ostsee-Pipeline ja sowieso nie „unterstützt“. Sie hat nur gesagt, die Röhre sei privat und sie sehe keinen Grund, sie zu verhindern. Merkel müsste mit so einem Satz also keinen Irrtum gestehen. Trotzdem wäre die Wirkung gewaltig.

          Zuerst würde sie manche europäischen Partner in wachen Aktionsmodus setzen. Die meisten, voran Polen und Frankreich, waren entweder schon immer gegen Nord Stream 2, oder zumindest sind sie es seit Wladimir Putins Angriffen auf Nawalnyj. Bisher konnten sie aber nichts tun. EU-Sanktionen, welche die russische Ostsee-Leitung endgültig oder vorläufig stoppen könnten, waren zwar immer schon möglich. Trotzdem hat nie jemand ernstlich beantragt, sie im Europäischen Rat zu beschließen. Schließlich wusste jeder, dass Merkel ihr Veto einlegen würde.

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