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Ruhr-Universität Bochum : Kein Plagiatsverfahren gegen Lammert

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Seine Dissertation weist lediglich „Schwächen in der Zitation“ auf: Bundestagspräsident Lammert Bild: dpa

Nach SPD-Fraktionschef Steinmeier kann jetzt auch Bundestagspräsident Lammert aufatmen. Die Uni Bochum erkennt zwar handwerkliche Schwächen in seiner Doktorarbeit, aber kein wissenschaftliches Fehlverhalten.

          Die Universität Bochum wird kein Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades von Bundestagspräsident Norbert Lammert eröffnen. Das beschloss das Rektorat der Hochschule nach eingehender Prüfung, wie die Ruhr-Universität an diesem Mittwoch mitteilte. „In der Dissertation finden sich zwar vermeidbare Schwächen in den Zitationen, die aber den Verdacht des Plagiats oder der Täuschung keineswegs rechtfertigen“, heißt es in der Mitteilung.

          Ein anonymer Blogger mit dem Pseudonym „Robert Schmidt“ hatte Lammert Ende Juli vorgeworfen, dass sich auf 42 Seiten seiner Arbeit aus dem Jahr 1975 Unregelmäßigkeiten fänden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Lammert selbst um eine Überprüfung gebeten. Der Ombudsmann habe seinen Bericht dem Rektorat Ende Oktober vorgelegt.

          Lammert froh über einstimmiges Votum

          „Wir haben jede einzelne Verdachtsstelle genau überprüft und uns bemüht, so sorgfältig wie möglich vorzugehen“, sagte Elmar Weiler, Rektor der Universität. „Da das Ergebnis ein so eindeutiges ist, ist das auch für die Universität eine Erleichterung.“ Durch die Methode der digitalen Auswertung, mit der Plagiatsjäger häufig vorgingen, gehe leicht der Kontext verloren. Dieser sei jedoch wichtig sei, um beurteilen zu können, ob es sich tatsächlich um die Übernahme geistigen Eigentums ohne Kennzeichnung handle.

          Sowohl der von der Universität eingesetzte Ombudsmann Ulf Eysel als auch der externe Gutachter Jürgen Kocka seien unabhängig voneinander zu der Einschätzung gelangt, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliege. Beide bezeichnen die nachweislichen Fehler in Lammerts Promotion der Mitteilung zufolge als „handwerkliche Schwächen“. Kocka betone in seinem Gutachten die begrenzte Bedeutung der beanstandeten Passagen für die wissenschaftliche Gesamtleistung des Werkes, heißt es weiter.

          „Ich freue mich über die Beendigung des Verfahrens und das einstimmige Votum des Rektorats zum Prüfungsbericht des Ombudsmanns und seinem Ergebnis“, ließ Bundestagspräsident Lammert über seinen Pressesprecher mitteilen. Sein Respekt gelte den beiden Gutachtern für die sorgfältige Prüfung.

          Nicht immer nur Zitierfehler

          Erst am Dienstag war SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeyer von Plagiatsvorwürfen entlastet worden. Auch hier sprach eine Untersuchungskommission lediglich von handwerklichen Schwächen und Zitierfehlern in der Doktorarbeit.

          Dem ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der ehemaligen Vizepräsidentin des Europaparlaments, Silvana Koch-Mehrin (FDP) und der ehemaligen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) waren nach Plagiatsvorwürfen die Doktortitel aberkannt worden. Schavan klagt gegen die Entscheidung.

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