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Rüstungsvorhaben : Airbus-Allianz legt Drohnen-Offerte vor

  • Aktualisiert am

Die von europäischen Konzernen geplante Drohne soll kleiner sein als die Euro Hawk (im Bild). Aus dem Projekt war Deutschland ausgestiegen. Bild: dpa

Verteidigungsministerin von der Leyen hat offenbar eine Offerte auf dem Tisch liegen. Drei europäische Konzerne wollen für die Bundeswehr eine moderne Drohne bauen. Neu ist die Idee nicht.

          Der deutsch-französische Luftfahrtkonzern Airbus plant offenbar einen neuen Anlauf, um eine europäische Drohne mit hoher Reichweite auf den Markt zu bringen. Das ARD-Hauptstadtstudio berichtet unter Berufung auf eine für Montag geplante Pressemitteilung des Konzerns, dass Airbus zusammen mit zwei weiteren europäischen Rüstungsunternehmen ein Vorhaben mit dem Namen MALE2020 den Verteidigungsministern Deutschlands, Frankreichs und Italiens anbieten wolle. Zum Dreierverbund der am Projekt beteiligten Firmen sollen neben der Airbus-Rüstungssparte Airbus Defence and Space demnach auch das französische Unternehmen Dassault Aviation sowie die italienische Firma Alenia Aermacchi zählen.

          Vorhaben schon seit Sommer 2013 bekannt

          Die Unternehmen wollen den Berichten zufolge die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin dazu nutzen, um für ihr Vorhaben zu werben. Die Messe beginnt am Dienstag. Neu ist die Idee indes nicht. Fachmedien wie das sicherheitspolitische Blog „Augengeradeaus“ hattem schon im Juni vergangenen Jahres über das Projekt berichtet. Damals hatten die beteiligten Unternehmen eine Mitteilung zu der geplanten Drohne veröffentlicht.

          Seither haben sich aber die Rahmenbedingungen geändert, innerhalb derer über ein eigenes, europäisches Drohnenprojekt diskutiert wird: Im Koalitionsvertrag, den CDU und SPD im Herbst 2013 geschlossen haben, wiesen die Parteien zwar darauf hin, dass die Bundeswehr auf unbemannte Luftfahrzeuge zur Aufklärung angewiesen sei. Weiter heißt es dort: „Die Koalition wird eine europäische Entwicklung für unbemannte Luftfahrzeuge voranbringen.“ Von signifikanten Fortschritten war aber bislang nichts zu beobachten.

          Airbus informierte von der Leyen über Offerte

          Laut Informationen der „Welt“ hatte der Vorstandschef der Rüstungssparte von Airbus, Bernhard Gerwert, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vergangenen Donnerstag über die Offerte informiert. Die Unternehmen argumentierten darin offenbar, dass sich Europa auf dem strategischen Kernfeld der militärischen Luftfahrt nicht allein von Produkten ausländischer Anbieter abhängig machen dürfe. Man hoffe auf eine zeitnahe Entscheidung der Regierungen. Bisher hat die Verteidigungsministerin Festlegungen beim Thema Drohnen vermieden. So hielt sich sich zum Beispiel bei ihrem ersten Truppenbesuch in Afghanistan vor fünf Monaten demonstrativ von den dort stationierten Systemen fern.

          Das könnte an der Bruchlandung liegen, die ihr Vorgänger im Amt, Thomas de Maizière (CDU),  bei dem Thema Drohnen hingelegt hatte. Vor einem Jahr scheiterte die Beschaffung der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ wegen Problemen bei der Zulassung für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro in das Projekt geflossen. Der Versuch, zumindest die Aufklärungstechnik zu retten und in ein anderes Flugzeug zu integrieren, ist bislang gescheitert.

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