https://www.faz.net/-gpf-7vkdr

Rüstungsprojekt : Schützenpanzer Puma wird 666 Millionen Euro teurer

  • Aktualisiert am

Der Schützenpanzer Puma auf dem Truppenübungsplatz in Munster Bild: dpa

Ausrüstungsmängel, schlechte Presse und ein bremsender Finanzminister: Es läuft derzeit nicht gut für Verteidigungs-ministerin von der Leyen. Nun soll der Schützenpanzer Puma auch noch viel teurer werden als geplant.

          Der neue Schützenpanzer Puma kostet zusätzlich 666 Millionen Euro. Wie die Bild am Sonntag berichtet, geht das aus einem Schreiben von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor.

          Mit 169 Millionen Euro zusätzlich schlägt allein die Ausrüstung des Puma mit dem Lenkflugkörpersystem Mells gegen Panzerfahrzeuge zu Buche, wie es demnach in einem Sachstandsbericht des Verteidigungsministeriums heißt.

          Die Bundeswehr hat 350 Puma bestellt, die den Schützenpanzer Marder ersetzen sollen. Die Gesamtkosten summieren sich laut Experten nunmehr auf rund 3,7 Milliarden Euro.

          Das Vorzeigeprojekt der Rüstungsfirmen Krauss Maffei Wegmann und Rheinmetall ist wegen gravierender technischer Probleme mehrere Jahre im Verzug. So kann der Puma nach Hersteller-Angaben mit dem Mells-System zwei Jahre verspätet erst ab 2018 ausgestattet werden.

          Der Grünen-Politiker Tobias Lindner, Mitglied des Bundestags-Verteidigungsausschusses, sagte Bild am Sonntag: „Die Bundeswehr erhält also einen Schützenpanzer, der nicht nur bedingt einsatztauglich ist, sondern auch nur unter erschwerten Bedingungen überhaupt in Einsätze transportiert werden kann.“ In welchem Zeit- und Kostenrahmen die volle Einsatzbereitschaft hergestellt werde, sei überhaupt noch nicht klar, so Lindner. Die Bundeswehr müsse „schleunigst eine belastbare Zeit- und Kostenplanung vorlegen“.

          Weitere Themen

          Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Brief an Tusk : Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Bisher wollte der britische Premier sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Nun schreibt er an EU-Ratspräsident Tusk, ein Austrittsabkommen habe „oberste Priorität“. Zugleich fordert er, die Backstop-Regelung zu streichen – und schlägt Alternativen vor.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson

          Brief an Tusk : Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Bisher wollte der britische Premier sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Nun schreibt er an EU-Ratspräsident Tusk, ein Austrittsabkommen habe „oberste Priorität“. Zugleich fordert er, die Backstop-Regelung zu streichen – und schlägt Alternativen vor.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.