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Rudolf Vogel : Endlich Krieg!

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Rudolf Vogel, nach dem die „Südosteuropa-Gesellschaft“ mehr als zwei Jahrzehnte einen Journalistenpreis benannte, arbeitete als glühender NS-Propagandajournalist. FAZ.NET dokumentiert Auszüge aus seinem Werk.

          2 Min.

          Vor dem Überfall auf Polen I
          30. 8. 1939: Warum sich immer noch hinter Gefühlen verschanzen, wenn die harte Sprache der Tatsachen, die der Führer spricht, dazu zwingt, offen zu sein und diesen Tatsachen ins Auge zu sehen? (…) Mit Reden und Gefühlen aber wird kein Problem gelöst, das zur Lösung reif ist“.

          Vor dem Überfall auf Polen II
          31. 8. 1939: Dieses letzte polnische Attentat auf den Weltfrieden aber kann das deutsche Volk nur noch fester hinter dem Führer zusammenschließen, denn es zeigt uns nur noch einmal dringend, dass diesem Treiben und dieser gewalttätigen Friedensstörung ein Ende gemacht werden muss.

          Zu Hitlers Reichstagsrede nach dem Überfall auf Polen:
          02. 9. 1939: Jeder Deutsche weiß nach dieser schicksalsschweren Reichstagsrede, wo sein Posten in der Zukunft ist. Kein Zweifel ist mehr offen. Das deutsche Volk trat hinter seinem Führer zum totalen Einsatz an.

          Zum Krieg gegen Frankreich:
          11. 5. 1940: Als heute morgen die Nachrichten auf uns eindrangen, als wir die Worte des Führeraufrufes lasen, da mögen viele Menschen mit uns gedacht haben: „Endlich!“. Die Stunde hatte geschlagen. Nach Monaten einer unerträglichen Spannung wurde die Nation zur Entscheidung aufgerufen.

          Zur Bombardierung britischer Städte: 
          24. 5. 1940: Von den Kanalhäfen und ihren Hafenanlagen wird bald nicht mehr viel übrig sein. Es bereitet uns allen eine Genugtuung, dass zum ersten Mal auch ein englischer Kriegshafen, Dover, der wichtigste Ausschiffungshafen für den englischen Nachschub, von unseren Bomben gründlich aufs Korn genommen wurde.

          Nach der Kapitulation Belgiens:
          29. 5. 1940: In den unbändigen Jubel Deutschlands über die Nachricht der ersten Kapitulation mischt sich die schrankenlose Bewunderung des Heldenmutes vor allem der deutschen Infanterie. Sie hat hier mit einem Schwung ohnegleichen unermüdlich den Feind berannt, Stellung um Stellung gegenüber massierter feindlicher Artillerie und einem technisch glänzend ausgerüsteten Gegner genommen.

          Zum Einmarsch der Wehrmacht in Paris und der Hakenkreuzfahne auf dem Eiffelturm:
          15. 6. 1940: „Es ist unfassbar. Wir sagen es uns tausendmal inmitten des Freudensturms, der uns alle erschüttert und bewegt.“

          Zum Krieg gegen Jugoslawien:
          11. 4. 1941 Am vierten Tage des Südost-Feldzugs rattern deutsche Panzer, als Befreier vom serbischen Joch begrüßt, wie im Triumph durch die Straßen von Kroatiens alter Hauptstadt! (…) Agram, das ist für uns Deutsche mehr als nur die zweite jugoslawische Landeshauptstadt mit 200.000 Einwohnern, das größte kulturelle Zentrum dieses zusammengewürfelten Staatswesens. Agram bedeutet für Millionen Ostmärker allein schon das gleiche, was Prag, die andere Barockstadt deutscher Prägung inmitten Böhmens, für uns immer gewesen ist. (…) Wer einmal das Ballett in den Nationaltrachten hier Volkstänze tanzen sah, spürte aber zutiefst neben der starken kulturellen Bindung an Großdeutschland die urwüchsige Eigenart eines Stammes, der nie anders als Seite an Seite mit Deutschen gegen gemeinsame Feinde gekämpft hatte.

          Über die Zerschlagung Jugoslawiens nach dem Belgrader Putsch gegen Hitler im März 1941:
          12. 4. 1941 Über vier Millionen Kroaten, über eine Million Slowenen wurden trotz höherer Kulturstufe, größere Wohlstandes und in jeder Beziehung besseren Lebensstandards einer entschlossenen serbischen Verschwörerclique ausgeliefert. (…) Der 26. März 1941 lieferte vielleicht den letzten und schlüssigsten Beweis für die Unfähigkeit der Serben, ein abendländisches Staatswesen unter Verzicht auf Mord und Terror zu bilden. (…) Der egoistische Versuch einer fanatischen Offiziersgruppe, sich der unaufhaltsamen Neuausrichtung Europas nach großen, friedlich geordneten Räumen, nach autonomen Kleinvölkern im Schutze der Großvölker zu widersetzen, ließ den serbischen Gewaltstaat wie eine überreife Frucht zerplatzen. Einmal hatte das Schicksal den Serben die unerhörte Chance geboten, sich vor Europa zu bewähren. Auf der Waage zu leicht befunden, durch Mordtaten selbst befleckt, versinkt in diesen Tagen der letzte Versuch, im Südosten ein Gebilde von Versailles zu konservieren, um die Bahn für eine gerechte, politisch kulturelle Autonomie und dem Zusammenschluss zu einem geeinten Europa ungeahnter Zukunftsmöglichkeiten frei zu machen.

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