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Rote Hilfe : Juso-Chefin kündigt Rückzug aus Verein an

  • Aktualisiert am

Franziska Drohsel Bild: dpa

Die neue Juso-Chefin Franziska Drohsel gibt ihre umstrittene Mitgliedschaft in dem als linksextrem eingestuften Verein Rote Hilfe auf. Die Diskussion darüber sei zum Teil „sehr unsachlich und diffamierend geführt worden, besonders von Teilen der Union.“

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          Die neue Juso-Chefin Franziska Drohsel gibt ihre umstrittene Mitgliedschaft in dem als linksextrem eingestuften Verein Rote Hilfe auf. „Die Diskussionen der vergangenen Tage haben mir gezeigt, dass die Jusos nicht auf Grund ihrer politischen Positionen, sondern wegen meiner privaten Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe wahrgenommen werden“, sagte Drohsel dem „Spiegel“. „Das möchte ich nicht. Deshalb werde ich aus der Roten Hilfe austreten.“

          Drohsel fügte hinzu, sie sei in die vom Verfassungsschutz beobachtete Rote Hilfe eingetreten, „weil ich es richtig und wichtig finde, dass jeder Mensch das Recht auf Verteidigung hat“. Vereine wie die Rote Hilfe trügen dazu bei, dass mittellose Menschen einen guten Rechtsbeistand bekämen. „Jetzt steht für mich als Juso-Vorsitzende jedoch die Arbeit meines Verbands im Vordergrund.“

          „Unsachlich und diffamierend“

          Drohsel war wegen ihrer Mitgliedschaft in der Roten Hilfe aus Reihen der Union, aber auch vom SPD-Innenexperten Dieter Wiefelspütz angegriffen worden. Im „Spiegel“ kritisierte die Juso-Chefin, die Diskussion sei zum Teil „sehr unsachlich und diffamierend geführt worden, besonders von Teilen der Union“. Drohse nannte es in diesem Zusammenhang „nicht gerechtfertigt, mir die Nähe zu Extremisten oder gar Terroristen zu unterstellen“.

          Der vom Staat als gemeinnützig anerkannte Verein Rote Hilfe (RH) wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet und als linksextrem eingestuft. Der Verein wurde 1975 in Göttingen gegründet und hat etwa 4300 Mitglieder in 35 Ortsgruppen. Die RH unterstützt Angehörige des linken Spektrums politisch und finanziell, die aus „politischen Gründen“ straffällig wurden oder von „staatlicher Repression“ betroffen sind. Für die Unterstützung, meist 50 Prozent der Anwalts- und Prozesskosten, wendet die RH etwa die Hälfte ihrer Einnahmen auf, die überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden bestehen.

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