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Rot-rot-grün in Thüringen : Die SPD als Steigbügelhalter

Bodo Ramelow wird am kommenden Freitag sehr wahrscheinlich zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt. Bild: Reuters

Die SPD in Thüringen will tatsächlich Spalier stehen, damit Bodo Ramelow von der Linken zum Ministerpräsidenten gewählt wird. Es gehört viel Chuzpe dazu, als Verlierer der Landtagswahl dies noch als deutsche Normalisierung zu bejubeln.

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          Die SPD in Thüringen will tatsächlich Spalier stehen, damit Bodo Ramelow von der Linken zum Ministerpräsidenten des Freistaats gewählt wird. Es gehört viel Chuzpe - oder Geschichtsvergessenheit oder sonst etwas - dazu, als Verlierer der Landtagswahl dies noch als deutsche Normalisierung zu bejubeln. Die SPD will sich nach dem Willen des Landesvorstands mit einer Linken ins Bett legen, deren Wurzeln tief in die SED-Vergangenheit reichen. Die Mitglieder sollen es noch beglaubigen. Tun sie das, gibt es die erste rot-rot-grüne Landesregierung unter Führung der Linken. Kann das die einst stolze Sozialdemokratie wirklich wollen?

          Zugegeben, die Koalition mit der CDU in Erfurt ist ihr nicht gut bekommen; den Status als Volkspartei hat sie verloren. Krachend. Aber was ist so verlockend daran, Anhängsel der Linken zu sein?

          Es wird sich noch zeigen, für wen der Traum von der linken Mehrheit böse endet. Immerhin gibt es Zweifel. Sonst würde die Bundes-SPD nicht beteuern, Berlin und Thüringen hätten gar nichts miteinander zu tun. Ist es dann nicht von Belang? Thüringen hat das nicht verdient.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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