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Flüchtlingsdebatte : Rostock will Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufnehmen

  • Aktualisiert am

Hilfe für Flüchtlinge: Auch Rostock möchte sich nun gezielt an der Rettung von Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer beteiligen. (Symbolbild) Bild: AP

Nach Städten wie Düsseldorf, Köln und Bonn hat sich nun auch die Hansestadt Rostock zur Aufnahme von Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer bereiterklärt. Der dafür gestellte Antrag stieß jedoch nicht bei allen auf Begeisterung.

          Als erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Hansestadt Rostock nun dazu entschieden, gezielt Flüchtlinge aufzunehmen, die aus Seenot im Mittelmeer gerettet wurden. Dies hatte die Bürgerschaft der Stadt am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtete. Vor den Abstimmungen habe es bereits seit Längerem eine weitreichende Debatte zu diesem Thema gegeben. Eingereicht wurde der Antrag zur Aufnahme von Bootsflüchtlingen von der Rostocker SPD und den Grünen.

          Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte sich dem Antrag angeschlossen und sich für seine Umsetzung ausgesprochen. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge, starben allein in diesem Jahr mehr als 1500 Menschen bei der Flucht nach Europa. Man könne nicht zusehen, wie täglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, so Methling. Er hatte unter anderem auf die Weltoffenheit der Stadt und die besondere Verantwortung als Hansestadt verwiesen.

          Die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns folgt mit ihrem Angebot dem Vorbild anderer Großstädte: Unter anderem hatten sich in der Vergangenheit bereits Städte wie Köln, Düsseldorf und Bonn dazu bereiterklärt, gezielt Bootsflüchtlinge aufzunehmen.

          Ein Zeichen für Menschen in Seenot

          Mit der Aufnahme der Bootsflüchtlinge sei jedoch, laut der „Ostseezeitung“, in keinem Fall eine Entscheidung getroffen, ob die Geretteten auch auf Dauer in Deutschland bleiben dürfen. Zunächst aber gehe es darum, Menschen nicht einfach ertrinken zu lassen und ihnen bestmöglich Hilfe zu leisten. Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) beteuert, dass Rostock als Hafenstadt nun ein Zeichen für Menschen in Seenot setzen müsse. Allerdings könne Rostock aktuell nur wenige Plätze in einer Gemeinschaftsunterkunft anbieten, so Bockhahn.

          Die Rostocker CDU hatte den, von Grüne und SPD, gestellten Antrag als „Populismus“ und „falsches Signal“ betitelt und die Forderungen abgelehnt. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) lobte zwar das Engagement Rostocks, reflektierte den Antrag der Hansestadt jedoch zuletzt als „kaum umsetzbar“. Schon jetzt sei die Stadt mit den anwesenden Migranten offenbar überfordert.

          Auch die Alternative für Deutschland hatte sich zu den Forderungen der Grünen und SPD geäußert. „Bei SPD und Grünen sind wohl die letzten Sicherungen durchgebrannt.“, empörte sich der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm, in einer öffentlichen Pressemitteilung Ende August. Laut Holm habe Rostock bereits jetzt genug Probleme durch die anhaltende illegale Massenzuwanderung. Des Weiteren beschuldigte der AfD-Landeschef die beteiligten Parteien, die „menschenverachtende Schlepper-Geschäfte am Mittelmeer“ durch ihre kurzsichtigen Forderungen am Leben zu erhalten.

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