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Gesetz gegen Erderwärmung : Entzug für das Klima

Abhängig von Energie: Rauchende Schornsteine der ThyssenKrupp Stahlwerke in Duisburg (Archivbild) Bild: AP

Deutschland giert nach fossilem Brennstoff wie ein Schnapsbruder nach Likör. Berlin plant jetzt den Radikalentzug. Aber wer zahlt die Rechnung?

          7 Min.

          Man schrieb Montag, den dritten Mai. Das Präsidium der CDU ahnte nichts Böses. Vier Tage vorher hatte das Bundesverfassungsgericht der Regierung nach einer Klage von Umweltaktivisten aufgetragen, Deutschland einen viel strafferen Marschplan zur Klimaneu­tralität zu geben, und so trug also der zuständige Fachmann der CDU, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Jung, jetzt erste Gedanken vor: schärfere CO2-Reduktionsziele für 2030 und 2040. Die Krönung sollte sein, dass der finale Zielpunkt „Klimaneutralität“ schon 2045 erreicht werden sollte. Fünf Jahre früher als bisher geplant.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Kaum aber hatte Jung seinen Masterplan vorgestellt, platzte das Bömbchen: In München hatte Markus Söder wieder einmal die Primaballerina gegeben. Während die CDU sich noch auf den großen Auftritt mit 2045 freute, hatte der CSU-Chef die Rampe gestürmt, und zwar mit einer Zahl, die noch viel schöner war: Klimaneutralität für Bayern schon 2040. Der Plan der CDU, mit einer glanzvollen Vorgabe alle Scheinwerfer der Klimadebatte auf sich zu lenken, fiel in sich zusammen. Ihr 2045 wirkte jetzt so fad wie ein Purzelbaum neben einem Salto mortale. Als der Bundesvorsitzende Armin Laschet dann vor die Presse trat, nannte er also lieber gar keine Zahl mehr. Stattdessen sagte er nur noch etwas lustlos, man wolle Klimaneu­tralität „vor der Mitte des Jahrhunderts“.

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