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Roma-Kinder in Deutschland : Letzte Chance

  • -Aktualisiert am

Raluca (10) hat eine relative Erfolgsgeschichte erlebt. Bild: Stefan Finger

Eine Grundschule in Schalke Nord: Die Kinder hier müssen nicht nur Deutsch lernen. Manche haben noch nie einen Stift gehalten.

          10 Min.

          Die Familie hatte sich herausgeputzt für den ersten Schultag. Die Eltern trugen Anzug und Kleid, der kleine Junge Hemd und Krawatte. Die Lehrer waren, so erinnert sich der Schulleiter, etwas überrascht. Denn viele Eltern in Schalke-Nord, einem Stadtteil von Gelsenkirchen, nehmen gar nicht erst an der Feierlichkeit teil, sie geben ihr Kind an der Eingangstür ab. „Ihnen ist das Ritual der Einschulung nicht bekannt“, sagt Schulleiter Thorsten Seiß. Er steht deshalb am Eingang und versucht die Eltern zu überzeugen, für ein paar Minuten reinzukommen. Sie sollen die künftige Schule ihrer Kinder kennenlernen.

          Timo Steppat
          Redakteur in der Politik.

          Auch wenn sie nicht alles verstehen, sehen sie, dass man sich große Mühe gibt: Die älteren Schüler führen das Alphabet mit einem Tanz vor, es wird gemeinsam gesungen. Die Eltern besuchen die hellen, freundlichen Klassenräume ihrer Kinder. Dort hängen viele Bilder, und beinahe jeder Gegenstand ist mit seinem deutschen Namen beschriftet. Schulleiter Seiß stellt die Klassenlehrer vor, danach hält er eine Rede. „In der Schule zählt nicht, woher du kommst, sondern wohin du willst“, das sei am ersten Schultag immer seine Botschaft, sagt er später. „Die Schule muss versuchen, Chancengleichheit zu schaffen.“ So schwer das auch ist.

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