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Rom und der „Synodale Weg“ : Geld stinkt nicht

Man versteht sich: Papst Franziskus und Kardinal Koch sprechen am 16. März 2022 nach dem Überfall Rußlands auf die Ukraine mit dem Moskauer Patriarchen Kirill und seinem damaligen „Außenminister“ Hilarion. Bild: AP

Die Katholiken in Deutschland sind anscheinend nicht mehr nur verkappte Protestanten. Jetzt sollen sie sich auch mit den Blut-und-Boden-Christen von 1933 gemein machen. Das muss Folgen haben!

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          Man kann an dem „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche hierzulande vieles kritisieren: So hat sich die Auseinandersetzung mit den Ursachen sexualisierter Gewalt längst zu einem Reformprojekt mehr des Hauptes als der Glieder verselbständigt, Themen werden von kleinen pressure groups gesetzt und mit erheblichem moralischen Druck verfochten, Abstimmungsverfahren systematisch zuungunsten der Minderheit ausgelegt.

          Doch im Ansatz wie im Ergebnis handelt es sich weder um einen „Missbrauch des Missbrauchs“, wie von fundamentalistischer Seite kolportiert wird, noch sind die Katholiken in Deutschland die Geisterfahrer der Weltkirche.

          Viele Anliegen, allen voran ein Ende der Diskriminierung von Frauen, finden auch in den Kirchen des Südens Widerhall. Das alles könnte man in Rom wissen – wenn man wollte. Doch Franziskus phantasiert von einer zweiten Reformation, und der Schweizer Kurienkardinal Koch zieht eine Parallele zwischen den Blut-und-Boden-Christen der Nazi-Zeit und den Reformbemühungen von heute.

          Wenn es aber so schlimm steht, muss eine Frage erlaubt sein: Kann der Papst wirklich noch guten Gewissens die Dutzende Millionen Euro annehmen, mit denen ihn faschistoide Kryptoprotestanten aus Deutschland Jahr für Jahr alimentieren? Gegenfrage: Hat Geld in der Kurie jemals gestunken?

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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