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Streit über Ökumene : Droht eine deutsche Nationalkirche?

Corona macht´s möglich: Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses anstatt im nicht ganz so prunkvollen Priesterseminar der Bischofsstadt Bild: dpa

Nicht nur Laien gehen auf Konfrontationskurs mit dem Vatikan. Auch immer mehr Bischöfe lassen sich das Denken und Sprechen nicht länger verbieten. Droht jetzt eine deutsche Nationalkirche?

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          Wieder einmal hat Rom gesprochen, diesmal in Sachen Ökumene. Aber die Sache ist nicht beendet. Alleine, dass der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Bätzing, die vatikanischen Sprachregelungen und Denkverbote hinsichtlich der Frauenordination, der Leitung von Pfarreien und nun auch der Teilhabe an den Feiern von Abendmahl und Eucharistie als weder sach- noch zeitgemäß darstellt, ist bemerkenswert, zumal er dabei für eine große Mehrheit seiner Bischofskollegen spricht, die ihrerseits ebenfalls nicht mehr schweigen.

          Um so dringlicher stellt sich mittlerweile für einige Bischöfe die Frage, ob diese Dynamik nicht zu einer Trennung von „Rom“ und der Herausbildung einer Nationalkirche führen werde. Die Sorge ist unberechtigt. Sollten der Papst und seine Mitarbeiter daran festhalten, dass viele Fragen einfach deswegen nicht zu stellen seien, weil die Antworten seit Jahrtausenden feststünden, dann dürfte sich die Implosion der katholischen Kirche (nicht nur) in Deutschland fortsetzen.

          Übrig bleiben werden eine römisch-katholische Kirche von der Größe einer Sekte, eine zunehmend kleinere Zahl von Zeitgenossen, die ihre christlichen Wurzeln nicht kappen oder ihre christlichen Überzeugungen nicht preisgeben wollen, aber in dem Handeln der Institutionen keine Stütze für ihren Glauben erfahren – und immer mehr Menschen, denen die Kirchen nichts sagen und für die Glauben nicht einmal mehr eine Option ist.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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