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Dannenröder Forst : Grüne Realpolitik

  • -Aktualisiert am

Widerstand gegen die Rodung: Polizisten und Aktivisten, die als Clowns verkleidet sind, stehen bei den Räumungsarbeiten im Herrnwald vor der Absperrung. Bild: Lucas Bäuml

In der Opposition haben Hessens Grüne den Ausbau der A49 erbittert bekämpft. Als Regierungspartner der CDU müssen sie das Vorhaben mit der Rodung eines Waldes jetzt umsetzen. In Realpolitik ist die Partei geübt.

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          So sieht grüne Politik aus, wenn sie auf die hässliche Wirklichkeit trifft. Seit dem 1. Oktober muss in Hessen ein Verkehrsminister der Grünen ein Autobahnprojekt exekutieren, das derselbe Grüne Tarek Al-Wazir und seine Partei jahrelang erbittert bekämpft haben. Aber eben aus der Opposition heraus, gerne auch fundamental.

          Seit 2014 sind die Grünen aber auch dank geschickter strategischer Vorbereitung ihres pragmatisch handelnden Vorsitzenden Al-Wazir in einer konfliktfrei regierenden Koalition mit Volker Bouffiers CDU. Ihr war der Ausbau der Autobahn 49 zwischen Kassel und Gießen ebenso ein verkehrspolitisches Herzensanliegen wie den Grünen der Ausbau einst ein umweltpolitischer Frevel. Denn der Bau der Trasse ist verbunden mit der Rodung des Dannenröder Forstes, einem Wald voller gesunder Bäume.

          Schon der ebenfalls nicht von Al-Wazir verhinderte Ausbau des Frankfurter Flughafens hat die dort mit den Grünen einst verbündeten Bürgerinitiativen verbittert. Doch den an der Geschmeidigkeit Joseph Fischers geschulten hessischen Grünen hat der Schwenk in die harte Realpolitik bei den Wählern nicht geschadet. Zumal sie nicht nur auf den Koalitionsvertrag, sondern auch auf Gesetze und Gerichtsurteile verweisen können, an die sie gebunden sind.

          Wenn am Sonntag Tausende Naturschützer und Waldbesetzer demonstrieren, muss dies friedlich geschehen. Die Grünen könnten mit dafür sorgen.

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