https://www.faz.net/-gpf-aclk1

Vor Grünen-Parteitag : Habeck gibt Fehler zu

  • Aktualisiert am

Testlauf: Die Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck in der STATION BERLIN, wo der Bundesparteitag stattfindet Bild: EPA

Der Parteivorsitzende Robert Habeck sagt, den Grünen sei es nicht gut gelungen, Rückenwind zu erzeugen. Weiterer Gegenwind kommt derweil von Fridays for Future: In Sachen Klimaschutz müssten die Grünen noch eins drauflegen.

          1 Min.

          Dreieinhalb Monate vor der Bundestagswahl und kurz vor Beginn des Bundesparteitags hat der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck Fehler im Wahlkampf zugegeben. „Es ist uns nicht gut gelungen, den Rückenwind selber zu erzeugen“, sagte Habeck im ARD-Morgenmagazin. Vielmehr habe die Partei einen starken Gegenwind abbekommen. Die Umfragewerte der Grünen waren zuletzt gesunken – die Partei lag in den meisten Umfragen hinter der Union.

          Auf die Frage, ob strenge Forderungen beim Umweltschutz manche Wähler abschrecken könnten, sagte Habeck: „Das ist unser Erfolgsrezept gewesen, dass wir klare Kante fahren, dass wir ambitionierte Programmpunkte aufstellen und auch die Wahrheit aussprechen.“ Zugleich sei es notwendig, die Breite der Gesellschaft zu adressieren. „Wir wissen, dass nicht die Grünen die Veränderung schaffen, sondern nur die Mehrheit der Menschen.“

          Derweil kritisierte die Fridays-for-Future-Bewegung die Klimaschutz-Bemühungen aller etablierten Parteien als unzureichend – auch die der Grünen. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Sprecherin Carla Reemtsma: „Dass selbst die größte grüne Partei der Welt keinen Plan hat, die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, ist verheerend.“ Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müsse Deutschland bis 2035 klimaneutral sein. „Die Grünen legen weder ein Klimaziel noch Maßnahmen vor, die dafür ausreichen“, sagte Reemtsma.

          Sie kündigte an, dass Fridays for Future den Wahlkampf und die anschließenden Koalitionsverhandlungen mit Großdemonstrationen begleiten werde. Auch der Schulstreik am Freitag als Protestform solle mit den sinkenden Corona-Zahlen wieder aufgenommen werden. „Die Dringlichkeit der Klimakrise erfordert konsequentes Handeln genauso wie massiven Protest“, so Reemtsma. Dabei solle niemand Angst vor Ver- oder Geboten haben, die dem Klimaschutz dienten. Diese seien Teil jeder funktionierenden Demokratie. „Niemand will eine Ökodiktatur. Wir auch nicht.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.