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RKI-Bericht : Bis zu 84 Prozent der Erwachsenen sind schon geimpft

Eine Schülerin bei der COVID-19 Impfung an der Nikolaus-August-Otto-Schule in Bad Schwalbach am 10.09.2021. Bild: Frank Röth

Dem Robert Koch-Institut zufolge könnte die Impfquote in Deutschland höher sein als bisher angenommen. Aktuelle Befragungen deuten darauf hin.

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          Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin rechnet damit, dass inzwischen mehr Menschen gegen Corona geimpft sind, als aus der offiziellen Statistik hervorgeht. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen bis zu 84 Prozent mindestens einmal geimpft seien und bis zu 80 Prozent beide Dosen erhalten hätten, heißt es in einem Bericht. Es liege nahe, „dass die im Digitalen Impfquoten-Monitoring berichtete Impfquote als Mindest-Impfquote zu verstehen sei und eine Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter angenommen werden kann“.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Laut Impfquoten-Statistik haben weniger als 80 Prozent der über 18 Jahre alten Einwohner eine erste Dosis bekommen, etwas mehr als 75 Prozent sind vollständig geimpft. Schon im August war sich das RKI aber unsicher über die tatsächliche Zahl der Geimpften. Die nun zutage tretenden Unterschiede könnten laut RKI darauf zurückgehen, dass in dessen Befragungen mehr Menschen angeben, geimpft zu sein, als in der Statistik auftauchen. Die Befragung findet seit dem 15. September statt und wird Mitte Oktober abgeschlossen sein; ein vollständiger Bericht wird erst in den darauffolgenden Wochen vorliegen.

          In den Befragungen unterrepräsentiert sind laut RKI wenig impfbereite Menschen oder Impfgegner. Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen können ebenfalls nicht an der Befragung teilnehmen. Es bestehe überhaupt die Vermutung, „dass Sprachbarrieren auch zu einer geringeren Inanspruchnahme der Covid-19-Impfung führen“. Bestimmte Impfungen würden außerdem nicht in der Statistik erfasst. Das gilt für sämtliche Impfungen der zwölf bis 17 Jahre alten Jugendlichen. Denn die für die Befragung des RKI gezogene Stichprobe mit zufällig generierten Mobil- und Festnetznummern erfasst nur Personen über 18.

          Insgesamt liege die Impfbereitschaft der Bevölkerung auf einem hohen Niveau, heißt es in dem Bericht. Wenn die schon einmal Geimpften berücksichtigt würden, ergebe sich ein Anteil von 93 Prozent Impfwilliger oder schon Geimpfter. Die größten Unsicherheiten sieht das RKI bei Menschen mit Kinderwunsch, unter denen jeder Zweite fragt, ob die Impfung sicher ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der neuen RKI-Angaben, die jetzt erreichten Quoten machten es möglich, draußen auf bestimmte Vorkehrungen wie Masken zu verzichten.

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