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Zu niedrige Impfquoten : Robert Koch-Institut weist Kritik zurück

Corona-Impfung in Bayern Bild: dpa

Die Behörde bekomme ihre Daten von den impfenden Stellen, verteidigt sich Amtschef Lothar Wieler. Insgesamt könne die Corona-Impfquote etwa fünf Prozentpunkte höher liegen als angenommen.

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          Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Verantwortung dafür zurückgewiesen, dass es die Corona-Impfquoten lange Zeit offenbar zu niedrig angegeben hat. „Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind“, sagte der Leiter der Berliner Behörde, Lothar Wieler, am Mittwoch. Eine zu niedrige Erfassung der Impfzahlen stelle keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar, sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück. Die Zahlen, die das Institut veröffentlicht, seien daher als „Mindestimpfquoten“ zu verstehen, hieß es in der Stellungnahme weiter.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Das RKI, das dem Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) unterstellt ist, war kürzlich in die Kritik geraten, da die offiziellen Angaben zur Corona-Impfquote offenbar zu niedrig sind. Den Anteil vollständig Geimpfter gab die Behörde am Mittwoch mit 65,4 Prozent an, bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Wegen „technischer Probleme“ habe man aus Sachsen-Anhalt aber nicht alle Impfdaten übermittelt bekommen, hieß es. Die Impfquote werde darum „etwas zu niedrig ausgewiesen“.

          Zielquote von 85 Prozent

          Da in einer Befragung des Instituts kürzlich deutlich mehr Menschen angegeben hatten, dass sie bereits gegen Covid-19 geimpft seien, hat das RKI den Anteil der möglichen Untererfassung bei den offiziellen Angaben geschätzt. Unter der Annahme, dass alle an Betriebs- und niedergelassene Ärzte gelieferten Impfstoffdosen auch verimpft worden sind, lag die Untererfassung der Impfquote laut RKI bei bis zu fünf Prozentpunkten. „In der Altersgruppe der Erwachsenen (ab 18 Jahre) könnten zu diesem Zeitpunkt also bereits bis zu 84 Prozent zumindest einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sein“, rechnete das Institut am Mittwoch vor.

          Als Zielimpfquote werde ein Wert von mindestens 85 Prozent bei allen zwischen zwölf und 59 Jahren angestrebt. „Selbst unter Berücksichtigung der oben genannten Schätzungen sind diese Impfquoten weiterhin noch nicht erreicht“, mahnte die Behörde.

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