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RKI-Zahlen : Corona-Inzidenz steigt auf 8,0

  • Aktualisiert am

Zuschauer sitzen vergangenen Mittwoch bei einem Testspiel des VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel auf der Tribüne. Bild: Swen Pförtner/dpa

Wieder steigen Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz deutlich an – vier Bundesländer überschreiten bereits den Wert 10. Die Zahl der Impfungen dagegen geht zurück. Diskutiert wird über Impfunwillige.

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          Die Sieben-Tage-Inzidenz ist abermals sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von diesem Donnerstagmorgen liegt sie bei 8,0. Am Vortag betrug der Wert 7,1 und davor 6,5. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gewesen.

          Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1642 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 970 Ansteckungen gelegen.

          Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

          Vier Bundesländer haben bereits eine Sieben-Tagen-Inzidenz von 10 überschritten: Berlin (11,6), Bremen (10,7), Hamburg (10,3) sowie Hessen mit 10,5. Den niedrigsten Wert weist Sachsen-Anhalt mit 2,3 auf.

          32 neue Todesfälle gemeldet

          Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 32 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 31 Tote gewesen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, auf 91.319.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.740.325 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.637.400 an.

          Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl lag nach RKI-Daten vom Mittwoch bei 1,18 und befand sich damit seit mehr als einer Woche über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert anhaltend über 1, steigen die Fallzahlen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert lag zuvor rund zwei Monate lang deutlich unter 1.

          Weniger Impfungen in Deutschland

          Die Zahl der wöchentlichen Corona-Impfungen sinkt weiter. Die Gesamtzahl der wöchentlichen verabreichten Impfdosen sei seit der dritten Juniwoche zurückgegangen, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Mittwoch, ohne eine konkrete Zahl für die vergangene Woche zu nennen. In der Vorwoche (28. Juni bis 4. Juli) gab es in Deutschland nach zuvor veröffentlichten Zahlen 5,0 Millionen Corona-Impfungen, eine Woche davor 5,6 Millionen.

          Nach RKI-Angaben sind mehr als 49 Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Quote von 58,9 Prozent. Vollständig geimpft sind 43,7 Prozent. Bei Menschen ab 60 Jahren liegt dieser Anteil über 70 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 sind es weniger als zwei Prozent.

          Aus Sicht des RKI sollten im Kampf gegen die Delta-Variante mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Menschen ab 60 Jahren vollständig geimpft sein.

          Diskussion über Testkosten für Impfunwillige

          Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sprach sich dafür aus, Impfverweigerern ab dem Herbst keine kostenlosen Corona-Tests mehr anzubieten. „Wenn bis zum Ende des Sommers alle die Chance für eine vollständige Impfung bekommen haben, ist es angemessen, dass Ungeimpfte Schnell- oder PCR-Tests selbst bezahlen müssen, wenn sie in den Urlaub fahren, ins Restaurant oder ins Kino gehen wollen“, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es darf eben am Ende nicht so sein, dass die Gemeinschaft für den Impfunwillen Einzelner aufkommen muss“, sagte Reinhardt. Die Politik solle schon jetzt klarstellen, „dass es auf Dauer immer mehr Nachteile für Ungeimpfte geben wird“, so der Ärztepräsident.

          Auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), sieht im Ende von kostenlosen Corona-Tests für Impfunwillige „eine Frage der Gerechtigkeit“. Die Kosten für die Tests würden von der Allgemeinheit getragen und das sei auch richtig, solange nicht jeder ein Impfangebot erhalten habe, sagte Bareiß am Mittwoch. Klar sei aber auch, dass Impfverweigerer sich ihrer Verantwortung bewusst sein müssten und zukünftig die Kosten für dann noch notwendige Tests selbst tragen sollten.

          Zuvor hatte sich bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ähnlich geäußert. „Testen kostet enorme Summen“, sagte Söder. Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Dienstag, man sei aktuell noch in einer Phase des Überzeugens, in einer späteren Phase könne man über das Ende der kostenlosen Corona-Tests in Deutschland für Ungeimpfte sicherlich nachdenken. In Frankreich sollen ab Herbst PCR-Tests kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden.

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