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Frankfurter Auschwitzprozess : Der Richter auf der Anklagebank der Geschichte

Die Richter im Auschwitz-Prozess im Januar 1964 Bild: Philipp Kerner

Hans Hofmeyer schrieb als Vorsitzender Richter im Auschwitzprozess Rechtsgeschichte. Nun zeigt sich, dass er selbst in den Nationalsozialismus verstrickt war.

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          Am fünfundachtzigsten Verhandlungstag gab es so einen Moment. Nathan Jakubowitz, einstmals Lagerfriseur in Auschwitz, saß in dem riesigen Gerichtssaal und berichtete, wie er im Krankenblock des Lagers die leblosen Körper in den Leichenkeller bringen musste. Ob die Menschen schon tot gewesen seien, wurde er gefragt. „Die waren schon tot“, sagte Jakubowitz in sanftem Ton. Dann aber ruderte der ältere Herr doch zurück: „Vielleicht haben sie noch ein bisschen geatmet.“

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

          Da brach die Erschütterung aus dem Richter heraus, und er schalt den Zeugen: „Aber solange ein Mensch atmet, bringt man ihn doch nicht in den Leichenkeller!“ Er als Häftling hätte doch versuchen müssen, die Menschen am Leben zu halten. „Das Leben dieser Leute war doch genauso kostbar wie Ihr Leben!“ Der Name des Vorsitzenden Richters: Hans Hofmeyer.

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