Richard von Weizsäcker ist tot :
Der Präsident der Bundesrepublik

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Richard von Weizsäcker (Aufnahme vom März 2005)

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Richard von Weizsäcker verkörperte die „alte“ Bundesrepublik, wie sie sich am liebsten sah – aber auch, wie sie mit sich haderte. Er pflegte die Erinnerung an die Barbarei in deutschem Namen und damit die Verpflichtung für die Zukunft.

Wenn es einen Bundespräsidenten gab, der die „alte“ Bundesrepublik verkörperte, die westdeutsche Demokratie, wie sie sich am liebsten sah, dann war es Richard von Weizsäcker. Seine Reden, vor allem die zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1985 (über die „Befreiung“ vom Nationalsozialismus), und seine Parteienkritik sind nicht nur zu Dokumenten und Äußerungen des Selbstverständnisses dieser Bundesrepublik geworden, sondern auch zur Richtschnur dafür, wie das Amt des Bundespräsidenten politisch auszufüllen ist. An das Staatsoberhaupt und seine „Rede“ – sein wichtigstes Mittel, sich Geltung zu verschaffen – werden seither andere, höhere Maßstäbe angelegt.

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