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Rheinland-Pfalz : Zwei Afrikaner auf Weinfest verprügelt

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Nicht nur in Mügeln sondern auch in der Nähe von Mainz sind am vergangenen Wochenende zwei Ausländer aus anscheinend rassistischen Motiven angegriffen worden. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ hatte die Polizei den Vorfall zunächst verschwiegen.

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          Nicht nur in Mügeln sondern auch in der Nähe von Mainz sind am vergangenen Wochenende zwei Ausländer aus anscheinend rassistischen Motiven angegriffen und schwer verletzt worden. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ hatte die Polizei den Vorfall zunächst verschwiegen. Nach Angaben des Innenministeriums attackierten Rechtsradikale vergangenes Wochenende auf einem Weinfest in Guntersblum südlich von Mainz zwei Afrikaner. Beide Opfer - ein Ägypter und ein Sudanese - hätten ins Krankenhaus gemusst, hieß es am Freitag.

          Eine Hetzjagd wie im sächsischen Mügeln sei das nicht gewesen, sagte der Mainzer Staatsanwalt Klaus-Peter Mieth. Der Vorfall sei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst verschwiegen worden. Inzwischen seien drei Männer zwischen 22 und 29 Jahren festgenommen worden, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums. Sie sollen am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.Zwei Tatverdächtige sitzen den Angaben zufolge in Untersuchungshaft. Nach Erkenntnissen der Polizei sollen die Angreifer „Wir machen die Neger platt“ gerufen haben.

          „Wir dulden solche Umtriebe nicht“

          Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und Innenminister Karl Peter Bruch (beide SPD) verurteilten die Gewalttat scharf. Nach derzeitiger Sachlage sei von einer rechtsmotivierten Straftat auszugehen, erklärten die Politiker. „Wir dulden solche Umtriebe in Rheinland-Pfalz nicht“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Polizei gehe konsequent gegen Rechtsradikale vor und habe dies auch nach der menschenverachtenden und feigen Straftat auf dem Weinfest bewiesen.

          Auf einem Stadtfest in Mügeln waren in der Nacht zum Sonntag acht Inder von rund 50 Deutschen verprügelt und durch die Stadt gehetzt worden. Der Vorfall hatte eine neue Debatte über Rechtsextremismus und Rassismus in Ostdeutschland hervorgerufen. Zahlreiche Politiker von Union und SPD erklärten, Fremdenfeindlichkeit sei vor allem in den neuen Ländern ein Problem.

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