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SPD-Arbeitsminister : Heil: Erhöhung des Renteneintrittsalters „Phantomdebatte“

  • Aktualisiert am

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Bundestag am 28.4.2022 Bild: dpa

Wegen der hohen Kosten der Pandemie, des Kriegs und der Inflation waren zuletzt Stimmen nach einer Ausweitung der Lebensarbeitszeit laut geworden. Hubertus Heil erteilt diesen Forderungen aber eine klare Absage.

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          Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine klare Absage erteilt. „Was ich richtig finde, ist der flexible Übergang in den Ruhestand“, sagte Heil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Aber die Vorstellung, dass man im Stahlwerk oder an der Supermarktkasse, als Polizistin oder als Krankenschwester bis 70 arbeiten soll, die können nur Leute haben, die in einer ganz anderen Welt leben.“

          „Ich halte es für eine Phantomdebatte, bis 70 arbeiten zu wollen oder zu sollen“, sagte Heil. Dies sei eine Diskussion, „die mit der Lebensrealität vieler Menschen in Deutschland nicht zu vereinbaren ist“. Der Arbeitsminister verwies auf die Festlegung der Ampel-Koalition in ihrem Koalitionsvertrag. SPD, Grüne und FDP hätten darin vereinbart, „dass wir das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht erhöhen. Und daran wird sich nichts ändern.“

          Zuvor war die Diskussion über eine längere Lebensarbeitszeit neu entbrannt: Ökonomen wie der Leipziger Wirtschaftswissenschaftler Gunther Schnabl sprachen sich für eine deutliche Anhebung des Renteneintrittsalters aus, auch um die Folgen steigender Preise abzufedern. Nach aktueller Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.

          Schon SPD-Generalsekretär hatte diese Vorschläge deutlich zurückgewiesen. In einem Interview mit dem Tagesspiegel sprach er von einer „gefühllosen Entgleisung“. „Die SPD wird nicht zulassen, dass Rentner zu Inflationstreibern und volkswirtschaftlichen Risikofaktoren erklärt werden. Die SPD akzeptiert nicht, dass das Thema Inflation von den immer gleichen Leuten dafür benutzt wird, ihre feuchten neoliberalen Träume der Vergangenheit heute im Angesicht von drohenden sozialen Schieflagen Wirklichkeit werden zu lassen.“

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