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„Sie war nie irgendjemandes Mädchen“: Annegret Kramp-Karrenbauer im Jahr 2000, als sie als erste Frau Innenministerin wurde. Bild: action press

AKK und das Saarland : Früher war mehr Rückenwind

Annegret Kramp-Karrenbauer hatte fast alle politischen Posten inne, die es im Saarland so gibt. Aber reicht es fürs ganz Große, wenn man sich im Kleinen bewiesen hat?

          9 Min.

          Auf dem Ludwigsplatz ist Saarbrücken sehr fein: Rings um die imposante Kirche, das Wahrzeichen der Stadt, reihen sich schmucke Barockhäuser. In zweien residiert der Ministerpräsident. Dort hängen im Erdgeschoss die Porträts der früheren Amtsinhaber, ganz außen Annegret Kramp-Karrenbauer, mit entschlossenem Blick. Ihr Foto hängt auch auf anderen Fluren dieser Stadt. 18 Jahre lang war sie Mitglied der Landesregierung, drei verschiedene Ministerien leitete sie, war Grundsatzreferentin der Saar-CDU, 19 Jahre lang Landtagsmitglied, stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union im Saarland, Landesvorsitzende der Frauen-Union Saar, Vorsitzende der saarländischen CDU und und und. In Saarbrücken so hat man irgendwann den Eindruck, gibt es nur wenige politische Ämter, die Kramp-Karrenbauer nicht innehatte.

          Philip Eppelsheim

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Beim Bundesparteitag der CDU in Hamburg, dem Ort von Kramp-Karrenbauers wohl bisher größtem politischen Erfolg, rief sie den Delegierten zu: „Ich stehe hier, so wie ich bin und wie mich das Leben geformt hat.“ So wie das Saarland sie geprägt hat, hätte sie auch sagen können. Anders herum aber gilt das auch. Sie prägte das Saarland. Und plötzlich verließ sie es. Just nachdem ihr die Menschen abermals das Vertrauen ausgesprochen hatten. Und wie. Beinahe die absolute Mehrheit holte die Saar-CDU unter ihr als Ministerpräsidentin im März 2017. Nicht einmal ein Jahr später wechselte Kramp-Karrenbauer nach Berlin, wurde CDU-Generalsekretärin. Um ihrer Partei etwas zurückzugeben, wie sie oft sagte.

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